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'''Island''' ( bedeutet ?Eisland?) ist ein dünn besiedelter Inselstaat im äußersten Nordwesten Europas. Mit rund 103.000 Quadratkilometern (davon Landfläche 100.250 und Wasserfläche 2.750 Quadratkilometer; mit Fischereizone 758.000 Quadratkilometer) ist Island ? nach dem ? der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas. Die Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. Island ist Mitglied der EFTA, des , des Nordischen Rates sowie Gründungsmitglied der NATO.

Mit seinen 356.991 Einwohnern (Stand Januar 2019) ist Island bei einer Bevölkerungsdichte von 3,5 Einwohnern pro km² das am dünnsten besiedelte Land Europas und eines der am dünnsten besiedelten Länder der Welt. Über 60 Prozent der isländischen Bevölkerung konzentrieren sich auf die Hauptstadtregion von .

Island ist hinsichtlich Lebensstandard und Pro-Kopf-Einkommen eines der führenden Länder der Welt. Im Index der menschlichen Entwicklung nahm das Land 2019 den sechsten Rang ein.

Geographie

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}}

Geographisch gehört Island zu Nordeuropa, geologisch zugleich zu Europa und Nordamerika, geopolitisch zu den und kulturell zu Nordwesteuropa, insbesondere zu Skandinavien.

Der Inselstaat befindet sich südöstlich von . Nordöstlich liegt die Insel Jan Mayen, östlich befindet sich Norwegen, südöstlich liegen die , und Irland.

Zwischen Grönland und Island liegt die . Nördlich von Island liegt die , östlich das oder ?Nordpolarmeer?, beides Nebenmeere des Arktischen Ozeans. Südlich beginnt der Nordatlantik.

Die Fläche Islands beträgt 103.125 km², davon sind 100.329 km² Landfläche und 2796 km² Wasserfläche. Der längste Fluss ist die mit 230 km. Die höchste Erhebung der Insel ist der mit 2110 m. Die beläuft sich auf rund 4.970 km.

Geologie

Island liegt auf dem und damit sowohl auf der Nordamerikanischen als auch auf der Eurasischen Platte, wobei sich die Plattengrenzen von Südwesten nach Nordosten in etwa diagonal über die Insel ziehen. Die Platten entfernen sich jährlich etwa 2 cm voneinander. Ein Mantelplume unter der Insel, der sogenannte Island-Plume, sorgt mittels Vulkanismus für ständigen Nachschub von geschmolzenem Gesteinsmaterial aus dem Erdinneren, weshalb die Insel nicht auseinanderbricht. Die aktiven Vulkane in Island sind in etwa 30 Vulkansysteme eingeordnet.

Island vergletscherte in den Eiszeiten fast vollständig. Nach einer Wärmeperiode war die Insel fast gletscherfrei, bevor es vor etwa 1000 Jahren begann, wieder kühler zu werden. Heute bedecken Gletscher wieder 11,1 Prozent der Landesoberfläche. Der Gletscher mit Europas größtem Eisvolumen ist der . Seine Eiskappe ist bis zu 1000 m dick.

Im Jahr 2010 brachte der Vulkan mit seiner Aschewolke den Flugverkehr in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas zum Erliegen.

Landschaftsbild

Die Landschaft ist durch Vulkanismus und Wasserreichtum geprägt. So gibt es zahlreiche, zum Teil aktive Vulkane, , Seen und . Darunter ist mit dem Dettifoss der energiereichste Wasserfall Europas, gemessen am Wasservolumen pro Sekunde × Fallhöhe. Das im Zentrum der Insel bildet eine Periglazial-Wüste und ist nahezu unbewohnt. Eine Vielzahl von Gletschern prägen das Gesicht der Insel.

Die ist im Bereich der stark zerfurcht. Neben der Hauptinsel gibt es eine Reihe kleinerer Inseln, darunter die Westmännerinseln (Vestmannaeyjar). Diese bewohnte Inselgruppe südlich der Hauptinsel umfasst vierzehn Inseln, dazu und Felsen.

Klima

Das Klima ist ozeanisch kühl, geprägt vom relativ warmen Irmingerstrom (5 ) an der Südküste und vom kalten an der Nordost- und Südwestküste. Die Niederschläge betragen bis zu 2000 mm im Jahr in den Niederungen im Süden und bis zu 4000 mm auf dem . Die geringste Niederschlagsmenge findet man auf den Hochebenen im Norden von Island (unter 600 mm).

Aufgrund des warmen Golfstroms ist das Klima in Island milder als in anderen Regionen dieser Breitengrade. Die Winter sind vergleichsweise mild und die Sommer eher kühl. In den letzten Jahrzehnten macht sich die durch einen leichten Anstieg der Durchschnittstemperaturen bemerkbar, was am Rückzug einzelner Gletscherzungen bis hin zum völligen Abschmelzen kleinerer Gletscher (zum Beispiel der heute verschwundene ) zu beobachten ist. Am wärmsten ist es in Island in der Zeit von Mitte Juni bis Ende August/Mitte September.

Die Tagestemperaturen schwanken zwischen 0 und 3 °C im Winter und zwischen 12 und 15 °C im Sommer, wobei es im Landesinneren teils deutlich kühler sein kann. Im Sommer treten in einigen privilegierten Lagen auch wesentlich höhere Temperaturen (über 20 °C) auf. Vor allem wegen des Golfstroms fällt im Süden der Insel vergleichsweise selten Schnee.

Die geringsten Niederschläge fallen in Island in den frühen Sommermonaten, wobei es hier signifikante lokale Unterschiede gibt. Im Nordosten ist es tendenziell trockener, da sich die von Süden kommenden Wolken häufig über dem 8100 km² großen Gletscher Vatnajökull ausregnen. Auch die Sonnenscheindauer ist daher etwa im Gebiet des Sees ).

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Zeitzone

In Island ist die amtliche Zeit die koordinierte Weltzeit (UTC), also die Greenwich-Zeit, obwohl es geographisch gesehen UTC?2 beziehungsweise UTC?1 Stunde sein müsste, vgl. Zeitzonen. Aus diesem Grund ist in den Sommermonaten im Norden Islands eine ?unechte Mitternachtssonne? zu sehen, da der Sonnenuntergang nach Mitternacht liegt. Eine echte Mitternachtssonne ist lediglich auf der Insel zu erleben, da diese sich genau auf 66° 30? nördlicher Breite (nördlicher Polarkreis) befindet. Seit 1967 gibt es in Island keine Sommerzeit mehr.

Fauna

Durch das arktische Klima ist die Tier- und Pflanzenwelt Islands, im Vergleich etwa zu Mittel- und Südeuropa, wenig artenreich. Vor der Besiedlung durch den Menschen gab es nur Vögel, Fische, Insekten, Robben, Polarfüchse und manchmal en, die zufällig mit einer Eisscholle von Grönland hierher getrieben waren. Mit den Menschen kamen die Haustiere, insbesondere Schafe und Pferde, aber auch Mäuse und Ratten wurden auf Schiffen eingeschleppt.

Anders als bei anderen Tierklassen ist die Vielfalt der Vögel enorm groß. Im Landesinneren leben z. B. Rotdrossel, Kurzschnabelgans und das Schneehuhn, in den Küstenregionen unzählige Seevögel.

Landsäugetiere

Der verbreiteten sich von Schiffen aus.

Die nordischen Siedler führten bei der Landnahme alle Nutztiere der Insel ein, darunter auch die heutigen Islandschafe. Bis heute überlässt man die gut markierten Tiere den kurzen Sommer über sich selbst. Sie ziehen, innerhalb festgelegter Landwirtschaftsbezirke, frei umher. Überwinden sie jedoch die trennenden Zäune oder natürlichen Hindernisse (Flüsse, Wüsten, Berge), werden sie zur Seuchenprävention auf der Stelle getötet. Im Herbst fängt man die Tiere beim Viehabtrieb (''Réttir'') wieder ein. Um Überweidung zu verhindern, ist die Schafhaltung quotiert.

Ein Wandel des Klimas und die Rodung der ursprünglichen Birkenwälder, mit anschließender extensiver Beweidung, hat das Landschaftsbild Islands dauerhaft verändert. 1771 brachte man 13 Rentiere aus Norwegen ins Land und hoffte auf Vermehrung, um sie bejagen zu können oder aus ihrer Haltung anderweitig Nutzen zu ziehen. Heute leben etwa 3000 Rentiere wild im östlichen Hochland der Insel. Die erhoffte wirtschaftliche Bedeutung haben sie aber nie erlangt. Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte man auch, den Moschusochsen anzusiedeln ? jedoch ohne größeren Erfolg.

Island ist die Heimat des Islandpferdes. Als eine von nur wenigen Pferderassen beherrscht es den , eine trittsichere, langsame bis schnelle Gangart ohne Sprungphase. Das Pferd hat also immer ein Bein am Boden, was für den Reiter sehr bequem ist und seinen Rücken schont. Islandpferde dürfen wie alle lebenden Nutztiere zwar aus-, aber nicht wieder eingeführt werden. Das soll das Einschleppen von Krankheiten sowie den Eintrag fremden Erbguts, etwa durch Föten tragender Stuten, die die reinrassige Islandpferdezucht gefährden, verhindern.

Vögel

Island ist berühmt für seine Vogelwelt, besonders die zahlreichen Vogelfelsen sind ein Magnet für Vogelbeobachter aus aller Welt. Als bekanntester Vogel Islands gilt der Papageitaucher. An den Vogelfelsen finden sich zudem Trottellummen, Dickschnabellummen, , Gryllteisten oder der .

Im Landesinneren trifft man auf das Alpenschneehuhn, den Goldregenpfeifer, das , das , und an Gletscherseen ist der Sterntaucher zu beobachten. Auf den Sandern muss man sich vor den Angriffen von Skuas und n in Acht nehmen. Drei nordamerikanische Arten, Eistaucher, Kragenente und Spatelente, haben auf Island ihr einziges europäisches Brutvorkommen.

'''Entwicklung der Bevölkerung'''

{| class="wikitable"
!Jahr
!Einwohnerzahl
|-
|1950
| style="text-align:right"|143.000
|-
|1960
| style="text-align:right"|176.000
|-
|1970
| style="text-align:right"|204.000
|-
|1980
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|-
|1990
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|-
|2000
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|-
|2010
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|-
|2017
| style="text-align:right"|340.000
|}
Quelle: UN

Religion

Die ist eine evangelisch-lutherische Gemeinschaft und wird vom Staat unterstützt und geschützt (Art. 62 der Verfassung).

Mit Stand vom 1. Januar 2015 gehörten 73,8 % der Einwohner der Staatskirche an, 5,9 % verschiedenen lutherischen Freikirchen. Insgesamt 7,7 % gehörten anderen staatlich registrierten Glaubensgemeinschaften an, von denen die mit 3,6 % der Bevölkerung den größten Anteil stellte. Die im organisierte, seit 1972 anerkannte neuheidnische Religion machte 0,8 % aus. 0,6 % gehörten der Pfingstkirche an. Es folgten mit je 0,3 % die Buddhisten und ''Siðmennt'', eine nichtreligiöse, der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union angeschlossene Organisation, die den Glaubensgemeinschaften rechtlich gleichgestellt ist. Das statistische Jahrbuch von Island für 2015 verzeichnet darüber hinaus zehn weitere registrierte religiöse Gemeinschaften einzeln, denen jeweils 0,2 % oder weniger der isländischen Bevölkerung angehörten, darunter Zeugen Jehovas (0,2 %) und zwei verschiedene muslimische Gemeinschaften mit je 0,1 %. Unter einem Punkt «Andere kleinere, registrierte religiöse Organisationen» wird eine Vielzahl von Organisationen zusammengefasst, die jeweils weniger als 200 Mitglieder haben, und zusammen 0,5 % der Bevölkerung ausmachen.

Die isländische Form einer Kirchensteuer, das sogenannte ?Gemeinde-Entgelt? (''''), geht an die staatlich anerkannte religiöse Gemeinschaft oder weltlich-humanistische Gruppierung, als deren Mitglied die Person registriert ist.

Sprache

Das isländische Alphabet hat 32 Buchstaben, vom A über Á bis hin zum Æ und schließlich zum Ö. Anders als im Deutschen werden Umlaute wie Ö als selbständige Buchstaben behandelt und daher auch nicht bisweilen als Oe umschrieben und einsortiert. Entsprechend sind die Wörter im Lexikon und auch die Namen in sämtlichen isländischen Registern wie unter anderem auch dem Telefonbuch gereiht.

Sprachentwicklung und Sprachpurismus

Auf Island wird die gesprochen. Sie ist de facto Amtssprache, wurde allerdings nie offiziell dazu erklärt. Entwickelt hat sie sich aus dem Altnordischen. Noch heute können Isländer Texte aus den ersten Jahrhunderten nach der Besiedlung des Landes ohne größere Probleme lesen, da sich die Schriftsprache seit der Einwanderung vor über 1100 Jahren kaum geändert hat. Erklärt wird das mit der isolierten Lage der Insel im Nordatlantik. Die Aussprache hat sich in dieser Zeit jedoch durchaus gewandelt.

Der ist dafür verantwortlich, dass in der Regel durch isländische Wortschöpfungen ersetzt werden. Dieses Bemühen um Reinhaltung der Sprache verhindert jedoch keineswegs, dass in Fachsprachen oft neben dem isländischen Begriff auch fremdsprachliche Entsprechungen vorkommen.

Namen

In Island sind die Vornamen der wichtigste Teil des Namens. Familiennamen sind selten. Stattdessen tragen die Isländer den Vaternamen, seltener Mutternamen, mit dem Zweitglied ''-dóttir'' (?-tochter?) oder ''-son'' (?-sohn?). Ein isländischer Junge, der der Sohn von Einarsson ist und den Namen bekommen soll, heißt mit vollem Namen Ólafur (Sohn des Jón), seine Schwester hieße Sigríður (Tochter des Jón).

Diese Namen werden auch bei der Eheschließung beibehalten. In den Familien werden die Vornamen oft weitergegeben. Um Verwechslungen zu vermeiden, erhalten die Kinder oft mehrere Namen. Wenn man sich mit ?Ich heiße ?? vorstellt, kommt häufig die Gegenfrage ?Wessen Sohn/Tochter??. Damit wird auch nach der Familie gefragt. Viele Isländer können ihre Abstammung über 1000 Jahre bis zur Zeit der Landnahme zurückverfolgen.

Schrift und Grammatik

Im Isländischen gibt es noch einen .

Hat schon die deutsche Sprache umfangreiche Wort- und Satzbauregeln, so sind diese im Isländischen noch komplexer. Das erklärt sich daraus, dass das Isländische aufgrund jahrhundertelanger Isolation auf einer abgelegenen Insel im Wesentlichen eine alte Sprachform bewahrt hat.

Geschichte

Mittelalter

Als Entdecker Islands gilt der schwedische Wikinger Gardar Svavarsson, der um 870 in in Nordisland überwinterte und die Insel nach sich selbst ''Garðarsholmur'' (Gardarsholm) benannte.

Der nächste Entdecker fuhr aus, um mit Hilfe dreier Raben Garðarsholmur (Island) zu finden. Ein Bericht über diese ausgefallenen Navigationsmethoden findet sich im .

Nach den schriftlichen Quellen wurde Island im späten 9. und frühen 10. Jahrhundert durch Auswanderer aus Norwegen und anderen zurück.

Während in Mitteleuropa die Königtümer um die Kaiserwürde wetteiferten, steht am Anfang der isländischen Geschichte die einzigartige Entwicklung eines oligarchischen Gesellschaftssystems. Nach der Demokratie im Griechenland des Altertums ist das Althing als Versammlung gleichgestellter Goden zusammen mit dem färöischen eines der ersten parlamentarischen Systeme in Europa. Die sowohl gesetzgebende als auch rechtsprechende Versammlung trat alljährlich in zusammen. Eigentliches Entscheidungsorgan war dabei die , die Versammlung der Goden. Zunächst waren es 36 an der Zahl, dann 39. Seit der Ernennung von Bischöfen für Island (1056) kamen diese noch hinzu. Bei Diskussionen und Verhandlungen, die jeder Entscheidungsfindung vorangingen, wurden die Goden von je zwei Assistenten unterstützt. Daneben waren sie auf die Unterstützung ihres Gefolges freier Männer angewiesen. Unfreie, die einen erheblichen Teil der Bevölkerung bildeten, Frauen und Kinder nahmen am demokratischen Prozess nicht teil.

Das Godentum, das sich im Zuge der Landnahme durch 400 norwegische Häuptlingsfamilien entwickelt hatte, überdauerte fast 300 Jahre. Es endete erst mit der Unterwerfung unter die Norweger im Jahre 1262. In diesem Zusammenhang spielte der in Reykholt beheimatete Snorri Sturluson ? eine der wichtigsten politischen Persönlichkeiten dieser Zeit ? eine entscheidende Rolle.

Der Sage nach entdeckte Erik der Rote im Jahr 982 n. Chr. von Island aus . Tatsächlich war der erste Seefahrer, der nach Ostgrönland segelte, , nach ihm folgte , der dort sein Winterquartier aufschlug. Immerhin umrundete Erik der Rote die Südspitze der Insel und erreichte so die grönländische Westküste.

Im Jahre 1000 landete der an der Nordspitze von Neufundland und gründete dort eine ? nicht dauerhafte ? Ansiedlung an der Stelle des heutigen L?Anse aux Meadows. Schon etwas früher hatte den neuen Kontinent entdeckt. Er hatte sich verirrt, sah die amerikanische Küste, landete aber nicht, sondern kehrte nach Grönland zurück. Im selben Jahr beschlossen die Isländer durch das Althing in Þingvellir die Annahme des Christentums.

1262 kam Island unter norwegische Herrschaft. 1380 kam Norwegen unter dänische Herrschaft; 1397 entstand die Kalmarer Union, und Island wurde mit Norwegen unter Krone regiert.

Neuzeit

Im Jahre 1552 wurde in Island auf Anordnung des dänischen Königs Christians III. die Reformation durchgesetzt.

Lange blockierten Handelsmonopole, erst norwegische, später dänische, die wirtschaftliche Entwicklung Islands. Der Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 besiegelte noch einmal die dänische Oberhoheit. Das alte Mutterland Norwegen fiel zwar an Schweden, konnte sich aber auf den Weg in die Unabhängigkeit machen. Mit der Rückbesinnung auf die alten Traditionen, dem Wiederaufleben des Althings und dem Durchbrechen der Handelsbeschränkungen beging Island 1874 mit einer eigenen Verfassung die Tausendjahrfeier der Landnahme. 1904 gewährte Dänemark den Isländern die Autonomie (''Hjemmestyre'' nach dem Vorbild der irischen ''Home Rule''). Am 1. Dezember 1918 erlangte Island die Souveränität. Der dänische König Christian X. blieb aber bis zur Gründung der Republik, am 17. Juni 1944, das isländische Staatsoberhaupt. Daher haben Mitglieder des dänischen Königshauses, die vor dem 17. Juni 1944 geboren sind, auch einen isländischen Vornamen, wie die jetzige Königin Margrethe II., die den Vornamen Þórhildur trägt.

20. Jahrhundert

1911 wurde die gegründet. Vorher mussten Isländer zum Studium ins dänische Mutterland übersiedeln bzw. wurden gehobene Positionen auf Island von entsprechend gebildeten Dänen besetzt. Dänisch war bis weit ins 20. Jahrhundert Zweitsprache auf Island.

1915 wurde das mit Dänemark; Islands Flagge wurde erstmals offiziell gehisst.

Im September 1939 begann der Zweite Weltkrieg; am 10. Mai 1940 besetzten britische Truppen Island unter Verletzung seiner , um die befürchtete Invasion durch das Deutsche Reich zu vereiteln. Noch vor dem Kriegseintritt der USA wurden sie 1941 von Truppen der United States Army verstärkt und größtenteils ersetzt.

Am 17. Juni 1944 wurde die Demokratische Republik Island () ausgerufen. Dänemark stand zu diesem Zeitpunkt noch unter deutscher Besatzung. Seit 1946 ist Island Mitglied der Vereinten Nationen, und es war 1949 ein Gründungsmitglied der NATO. Islands Beitrag zum Verteidigungsbündnis besteht darin, eingegrenzte Gebiete seines Territoriums zwecks militärischer Nutzung kostenlos zu verpachten. Die bedeutendste Niederlassung fremden Militärs auf Island war bis 2006 die Marineluftwaffenbasis in , die hauptsächlich von US-amerikanischem Personal, aber auch von Dänen und Norwegern betrieben wurde. Nach 2006 wurde die militärische Präsenz von NATO-Partnern auf ein Minimum reduziert. Die Dauerpräsenz amerikanischer Truppen war in Island Jahrzehnte lang ein innenpolitischer Streitpunkt.

Seit 1994 ist Island Mitglied des (EWR).

21. Jahrhundert

2001 trat Island dem vom 16. Juli 2009</ref>

Am 24. Februar 2010 empfahl die EU-Kommission die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen.

Politik

Staatsaufbau

Island ist seit dem 17. Juni 1944 eine unabhängige parlamentarisch-demokratische .

Seit der Parlamentswahl 2013 regierte das Land eine Koalition aus der Fortschrittspartei (bäuerliche Mitte) und der liberal-konservativen , zunächst als und seit dem Rücktritt von Premierminister (Fortschrittspartei) Anfang April 2016 als .

Im Herbst 2016 fanden vorgezogene Neuwahlen statt,

Parteien

Mitte der 1970er Jahre wurde das in Island traditionell herrschende Vier-Parteien-System aufgebrochen. Die vier staatstragenden Parteien waren bis dahin:
  1. die (Sjálfstæðisflokkur, SF, konservativ),
  2. die Fortschrittspartei (Framsóknarflokkur, FF, liberal),
  3. die Sozialdemokratische Partei Islands (Alþýðuflokkurinn, AF, sozialdemokratisch) sowie
  4. die Volksallianz (Alþýðubandalagið, AL, sozialistisch).
Der Versuch der Vereinigung aller linken Parteien führte zu der Herausbildung zweier neuer Parteien, der:
  • sozialdemokratischen und europafreundlichen Allianz (Samfylkingin, Sf) und der
  • links-grün-patriotisch orientierten (Vinstri hreyfing-Grænt framboð, VG).

In der sozialdemokratischen Allianz ging auch die Frauenallianz auf, die 1983 als erste Frauenpartei der Welt in ein nationales Parlament eingezogen war und dort bis zur Fusion durchgängig vertreten war.

Im Parlament sind gegenwärtig außerdem folgende Parteien vertreten: Die Piratenpartei (seit der Wahl 2013), die liberale und pro-europäische Partei (seit der Wahl 2016), die populistische (seit der Wahl 2017) sowie die 2017 als Abspaltung der Fortschrittspartei gegründete Zentrumspartei. Von 2013 bis 2017 gehörten auch Vertreter der (?Helle Zukunft?) (pro-europäisch, liberal) dem Althing an.

Gewerkschaften

Es gibt in Island verschiedene Branchengewerkschaften und einen Gewerkschaftsbund (). Mehr als 90 % der abhängig Beschäftigten sind organisiert. Wenn auch tendenziell abnehmend, spielt das Genossenschaftswesen eine weltweit fast einmalige Rolle auf der Insel. Nahezu alle wichtigen Lebensbereiche (Renten, Urlaubssonderzahlungen, Gesundheitswesen, der Schule nachgeordnete Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Kulturveranstaltungen, Fischereifahrzeug-Pools und deren Ertragsverteilung, ?) organisieren sich, teilweise oder vollständig, genossenschaftlich.

Außenpolitik

Island ist Mitglied bei folgenden Organisationen: FAO (seit 1945), Vereinte Nationen (seit 1946), NATO (seit 1949), Europarat (seit 1949), Nordischer Rat (seit 1952), EFTA (seit 1960), OECD (seit 1961), UNESCO (seit 1964), OSZE (seit 1975/1992), Westnordischer Rat (seit 1985/1997), Barentssee-Rat (seit 1993), EWR (seit 1994), WTO (seit 1995), Ostseerat (1995), Arktischer Rat (seit 1996), seit Oktober 2002 wieder Mitglied in der Internationalen Walfangkommission, neben diesen Mitgliedschaften besteht ein Verteidigungsabkommen mit den USA (seit 1951).

Verwaltungsgliederung

Politisch ist Island in acht Regionen unterteilt: , , Vesturland, , , , Austurland und . Die acht Regionen werden (traditionell, aber nicht administrativ) in 22 ''sýslur'' (Syssel, etwa Landkreise) und 20 kreisfreie Gemeinden (acht ''kaupstaðir'', sieben ''bæir'', ein ''borg'' und vier weitere) gegliedert. Auf der untersten Verwaltungsebene gibt es (Gemeinden) (Stand 2010), einschließlich der acht ''kaupstaðir'' (Stand 2005).

Städte

Rund 93 % der isländischen Bevölkerung lebten Mitte 2008 in , allein 118.918 von insgesamt 321.857 Einwohnern des Landes lebten in der Hauptstadt Reykjavík (Hochrechnung 2013). Die hohe Urbanisierung geht auf die anhaltende Landflucht zurück, die in Island im 20. Jahrhundert begann.

In der Mehrzahl der Gemeinden außerhalb des Hauptstadtgebietes ist allerdings inzwischen wieder ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen. Von den acht Regionen Islands haben inzwischen fünf ein stabil positives Bevölkerungswachstum. Nur die Mehrzahl der Gemeinden der Region Nordwestisland verlieren nach wie vor Einwohner.

Gemeinden

Island hat 74 Gemeinden, die größten sind nachfolgend aufgeführt.

{|
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!Einwohner
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|-
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|-
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|Akureyri
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|-
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| align="right" |
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| align="right" |
|-
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| align="right" |
|-
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| align="right" |
|-
|Akranes
| align="right" |
|}
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{| class="wikitable"
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!Gemeinde
!Einwohner
<small>()</small>
|-
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|-
|
| align="right" |
|-
|Seltjarnarnes
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| align="right" |
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|Vestmannaeyjar
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|-
|
| align="right" |
|-
|
| align="right" |
|-
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| align="right" |
|}
|}

Militär

Island besitzt offiziell kein eigenes . Den übernimmt die circa 120 Mann starke mit ihrem Stützpunkt in Reykjavík. Ausgerüstet ist sie mit drei Patrouillenbooten, einem Überwachungsflugzeug und mehreren Hubschraubern. Die Hubschrauber übernehmen, bei Unwettern oder Unfällen, SAR-Aufgaben und Rettungsflüge für die Bevölkerung. Aus Kräften der Polizei und des Küstenschutzes rekrutiert Island zivile Kontingente für UNO- und NATO-Missionen (''Íslenska friðargæslan''). Island ist seit 1949 Gründungsmitglied der NATO. Im hat es sich zu medizinischer Hilfsleistung bereit erklärt.

Die .

Die USA haben sich 1951 in einem bilateralen Verteidigungsabkommen zur Verteidigung Islands verpflichtet. Dabei spielte vor allem die Unterstützung der isländischen Küstenwache durch die fünf stationierten Hubschrauber und die Patrouillen im isländischen Luftraum durch vier F-15-Kampfflugzeuge eine Rolle. Die Stationierung kostete die Vereinigten Staaten von Amerika zuletzt etwa 260 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Am 19. März 2006 beschlossen die USA einseitig und für Island überraschend, ihre abzuziehen. Am 30. September 2006 verließen die letzten auf Island stationierten US-Soldaten das Land. 600 Isländer verloren ihre Arbeit in der . Die Vereinigten Staaten garantieren der isländischen Regierung aber weiterhin militärischen Schutz aufgrund des bilateralen Vertrages. Es wurde eine Behörde für Fragen der Landesverteidigung eingerichtet, die die elektronische Luftraumüberwachung aus amerikanischer Regie übernahm. Um physische Militärpräsenz zu gewährleisten, hat man mit mehreren NATO-Partnern regelmäßige Flugpatrouillen-Kampagnen (zwei- bis dreimal jährlich) vereinbart. Befreundete Geschwader werden dann auf dem ehemaligen amerikanischen Stützpunkt einquartiert. Erstmals kam so im April 2008 ein französisches Geschwader mit Mirage-Jägern nach Island.

Die Regierungen in Oslo und Reykjavík einigten sich auf die Übernahme von Sicherheits-, Überwachungs- und Rettungsaufgaben durch die vereinbart.

Obwohl Island nicht über eigene Streitkräfte verfügt, war es 2003 in der Koalition der Willigen vertreten.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 7,911 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 10,350 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 12,2 % des BIP. 7,6 % (2004)

Wirtschaft

Allgemeines

Island war bis in das 20. Jahrhundert ein landwirtschaftlich geprägtes Land. Bei einer im Jahr 1703 waren 69 % der Bevölkerung ausschließlich in der Landwirtschaft tätig, 30 % betrieben neben der Landwirtschaft noch Fischerei. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte dann der Übergang zur Hochseefischerei. Die Landbevölkerung fand hier neue und so war 1901 nur noch die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. 2008 arbeiteten nur noch etwa 4,8 % der isländischen Bevölkerung im primären Sektor, in der Industrie arbeiteten etwa 22,2 %, im Dienstleistungssektor 73 % der Beschäftigten. Mit 2,8 % im Jahr 2017 hat Island eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten weltweit.

2005 wurde mit den n das geschlossen, das eine Freihandelszone zwischen Island und den Färöern beinhaltet.

Island war besonders von der 2007 ausgebrochenen vom 7. Oktober 2008</ref>

Am 16. Oktober 2008 gab die Regierung Islands an, eine fällige Anleihe der verstaatlichten Glitnir-Bank in Höhe von 750 Millionen US-Dollar nicht zurückzuzahlen, womit Island de facto zahlungsunfähig war.

Island war im April 2009 laut dem US-amerikanischen Ökonomen und Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman vor Irland und das Land mit dem größten Risiko eines Staatsbankrotts.

Trotz der Finanzkrise liegt das Pro-Kopf-Einkommen in Island immer noch an der Weltspitze.

10 % der Isländer sind Fischer. Mehr als 50 % arbeiten im Dienstleistungssektor. Kern der isländischen Landwirtschaft ist die Nutztierhaltung, hauptsächlich Schafe, Islandpferde und Rinder.

Export und Import

Die Hauptexport­partner des Landes waren im Jahr 2009 die Niederlande (30,7 %), das (12,8 %), Deutschland (11,3 %), Norwegen (5,8 %) und Spanien (4,8 %). Die Hauptimport­partner waren Norwegen (13,0 %), die Niederlande (8,6 %), Deutschland (8,3 %), Schweden (8,1 %) und (7,3 %).

Landwirtschaft

Ein großer Teil der Insel besteht aus Lavawüsten, die weder bewohnbar noch landwirtschaftlich nutzbar sind. Das betrifft weite Gebiete des Inlandes (). 11 % des Landes sind von Gletschern bedeckt.

Die bewohnten Gebiete befinden sich hauptsächlich entlang der Küste. 20 % des fruchtbaren Landesteils werden für die extensive Viehzucht (vor allem Schafe und Pferde) genutzt, nur 1 % für den Anbau von Getreide oder anderen Feldfrüchten. Ein Grund sind die relativ kühlen Sommertemperaturen, während im Winter der Golfstrom besonders im Südwesten für ein verhältnismäßig mildes Klima sorgt. Die Durchschnittstemperaturen betragen 11 °C im Juli und ?1 °C im Januar. 2017 wurden 7.400 t Gerste geerntet, damit lag Island weltweit an 90. Stelle. Möhren wurden auf
einer Fläche von 5 ha angebaut, und 2017 wurden 750 t geerntet.

Die isländische Hochweidewirtschaft war bis in das 19. Jahrhundert vergleichbar mit der ''Seter''-Almwirtschaft Norwegens. Die moderne Weidewirtschaft auf den natürlichen Weidegründen ist hingegen eine eigene Form des mobilen Pastoralismus. Um die wertvollen Tieflandweiden zu entlasten, befinden sich die Schafe und Pferde im Sommer auf den Hochweiden im Inland. Die Mutterschafe mit den Lämmern werden im Juni auf die Hochweiden getrieben oder mit Lastwagen dorthin gebracht. Die Tiere streifen während dieser Zeit frei umher. Sie folgen beim Weiden immer dem frischesten Pflanzenwuchs, weshalb das Lammfleisch in Island besonders wohlschmeckend ist. Im Herbst, das heißt im September/Oktober, werden die Tiere zu Pferd zusammengesucht und zurückgetrieben. Dabei müssen die Weidegründe bis zu dreimal durchkämmt werden, um alle Tiere zu finden. Den Winter verbringen sie auf den Weiden im bewohnten Gebiet bzw. im Stall. Der Abtrieb ist eine festliche Angelegenheit. Schulkinder fahren mit Bussen zu den jeweiligen Sammelstellen, großen ''Réttir'' genannten Pferchen. Sie schauen bei der letzten Phase zu oder packen mit an. Für die Erwachsenen gibt es abends einen festlichen Ball. Die wichtigsten Hochweidegebiete finden sich südlich von Hofs- und zwischen und Thjorsa, nördlich und nordwestlich des Langjökull und im Osten des Landes zwischen und dem .

Inzwischen nutzt man, etwa in , mit zahlreichen Gewächshäusern, die Geothermische Energie für den Gemüse- und Obstanbau. Beispielsweise werden Tomaten auf einer Fläche von insgesamt 4 ha unter Glas angebaut, und 2017 wurden 1.334 t Tomaten geerntet.

Die Wiederaufforstung der Wälder ist ebenfalls ein großes Thema, etwa im Gebiet um die Hauptstadt Reykjavík und rund um den Skorradalsvatn in Westisland. 2015 waren 492 km² des Landes bewaldet, was 0,5 % der Landesfläche entsprach.

Fischerei

Aufgrund der Lage auf einem erkennt man deutlich den Phytoplankton als hellblauen Schleier vor allem im Süden und Südosten von Island</ref>

Island ist vom Fischfang abhängig (Fischprodukte machen 76 % der Exporte aus). Zum Schutz der Fischgründe wurde 1631 erstmals eine Schutzzone von 32 Seemeilen festgelegt. Sie wurde jedoch wieder aufgehoben, und erst im Jahr 1901 wurde eine neue Schutzzone von drei Seemeilen festgelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Einsatz der modernen Fangflotte innerhalb weniger Jahre zur der isländischen Gewässer. Deshalb wurde die Schutzzone 1952 auf vier Seemeilen ausgedehnt. Wegen erneuter Überfischung wurde die Zone 1959 dann auf zwölf Seemeilen erweitert. Anfang der 1970er Jahre brachen die Bestände wirtschaftlich genutzter Fischarten wieder zusammen. Island erweiterte die Schutzzone auf 50 Seemeilen. Es kam wie bereits Ende der 1950er Jahre zum Streit zwischen Island und dem Vereinigten Königreich, denn die Briten waren nicht bereit, die erweiterte Schutzzone zu akzeptieren. Der Streit eskalierte und britische Trawler wurden von Kriegsschiffen begleitet. Dieser zweite Kabeljaukrieg wurde schließlich auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Da die Erweiterung der Schutzzone auf 50 Seemeilen nicht die erhoffte Wirkung zeigte, wurde die Schutzzone 1975 auf 200 Seemeilen erweitert. Es kam erneut zum Streit zwischen Island und dem Vereinigten Königreich, aber auch der dritte ?Kabeljaukrieg? wurde auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Die 200-Meilen-Zone ist heute internationaler Standard und völkerrechtlich anerkannt. Seit 1991 können isländische Fischereiprodukte zollfrei in die Europäische Union eingeführt werden.

Trotz der Bedeutung der Fischerei sind nur etwa 5,2 % der Arbeitnehmer des Landes direkt auf Booten und weitere 6,7 % in der Fischverarbeitung beschäftigt.

Bis heute betreiben isländische Firmen Walfang vor Island. Als eines der wenigen verbliebenen Länder weltweit hält das Land an der stark umstrittenen Jagd von Finnwalen und Zwergwalen zur kommerziellen Nutzung fest. Dieser Industriezweig ist stark mit der konventionellen Fischereiindustrie verzahnt.

2019 wurde der Walfang (nach einer Meldung der Deutschen Welle) zunächst ausgesetzt.

Tourismus

Der Tourismus spielt eine große Rolle in der isländischen Wirtschaft. Beliebt sind die Natur, insbesondere die Gletscher, der Reittourismus und andere Aktivitäten. Während das Land im Jahre 2000 noch von 302.900 ausländischen Touristen besucht wurde, waren es 2014 bereits 998.600, womit sich die Zahl in diesem Zeitraum mehr als verdreifacht hat.

Der Tourismus ist in den letzten Jahrzehnten für Island zu einer immer wichtigeren Quelle für Deviseneinnahmen geworden. Der Anteil an den Exporterlösen liegt bei dieser Branche mit Stand 2015 bei 31 % und übertrifft damit die isländische Fischereiwirtschaft und Aluminiumindustrie. 2010 waren es noch 18,8 %.

Während im Jahr 1950 noch rund 4000 Besucher nach Island kamen, stieg die Zahl auf etwa 190.000 im Jahr 1995. Seit Mitte der 1990er Jahre nimmt der Touristenstrom jährlich in großem Maße zu. Im Jahr 2000 zählte man mit über 300.000 Reisenden erstmals mehr Touristen, als Island damals Einwohner hatte. Zugleich stieg auch die Zahl der Übernachtungen in Hotels und Gästehäusern sowie auf Bauernhöfen auf dem Land deutlich.

Durch die geographisch abgeschiedene Lage im Nordatlantik profitieren zudem Transportunternehmen von dem ansteigenden Tourismus, da man Island nur per Flugzeug oder mit dem Schiff (Autofähre '''') erreichen kann. Inzwischen wird das starke Wachstum des Tourismus aber auch als belastend wahrgenommen. Ólöf Ýrr Atladóttir, die Direktorin der isländischen Fremdenverkehrsbehörde ''Ferðamálastofa'', hat 2014 die Ansicht geäußert, dass der Tourismus zu schnell gewachsen sei.<ref name="gr"></ref>

Energiewirtschaft

Die .

In den Jahren 2000?2004 lag dabei der Anteil der Großindustrie am Stromverbrauch bei 63,4?64,9 %. Davon zeichnen die für knappe 80 % verantwortlich, sodass deren Anteil am Gesamtstromverbrauch knapp über 50 % liegt, in den kommenden Jahren aber durch Erweiterungen und Neubau noch deutlich steigen soll. Als Gesamterzeugungskapazität stehen ca. 2,4 Gigawatt Leistung von Wasserkraft und Geothermieanlagen zur Verfügung. Ein weiterer Ausbau wird von der Regierung angestrebt. Diese versucht dabei nach eigenen Worten, internationale Industrie mit den niedrigsten Strompreisen Europas zu überzeugen. Für die benötigten Energiemengen müssen dabei mit Wasserkraft und neuerdings auch mit Geothermie betriebene Großkraftwerke errichtet werden, was zum Teil erhebliche Eingriffe in die Natur bedingt. Ein Beispiel für ein in diesem Zusammenhang umstrittenes Projekt ist der Bau von , eines Wasserkraftwerkes im Osten Islands, dessen Strom vor allem für das der Firma Alcoa nahe der Ortschaft Verwendung findet.

Um den Umwelteingriff durch die Dämme insbesondere kleiner an das europäische Stromnetz anzubinden und Strom zu exportieren.

Neben der Wasserkraftproduktion, die von 18 TWh auf ca. 36 TWh verdoppelt werden könnte, hat Island insbesondere sehr gute Windenergieressourcen.

Im Jahr 2000 wurde die Umstellung der isländischen Energiewirtschaft auf eine Wasserstoffwirtschaft angekündigt,<ref name="spiegelhitze"> In: ''Der Spiegel,'' 5. Juni 2000.</ref> wofür Island damals viel internationale Aufmerksamkeit erhielt. Eine Umsetzung dieses Planes ist jedoch noch nicht erfolgt.

Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

In Island gibt es mit Stand Ende 2016 12.901 km von der Straßenverwaltung verwaltete Straßen, Die ist Islands längste Straße und folgt grob dem Küstenlauf, schneidet aber alle großen Halbinseln ab. Sie ist derzeit (Stand 2017) 1332 km lang<ref>{{cite web | url=http://timarit.is/files/31502544.jpg | title=Hægri umferð á Islandi

Es gibt in Island keine Autobahnen, allerdings wurde die Straße zwischen und Reykjavík bis in den Vorort zur vierspurigen Schnellstraße ausgebaut. Im Hauptstadtgebiet bestehen inzwischen einige bis zu sechsspurige Ein- und Ausfallstraßen.

Die Ringstraße ? bis auf ein Teilstück von wenigen Kilometern am in Ostisland asphaltiert, vor einigen Jahren war das nur in der Nähe von Reykjavík der Fall ? und die wichtigsten Landstraßen sind heute weitestgehend asphaltiert. Nebenstraßen, aber abschnittsweise auch Hauptstraßen (vor allem in den Westfjorden), sind oft Schotterstraßen mit unübersichtlicher Streckenführung. Hochlandpisten sind ebenfalls meist Schotterstraßen und erfahren nur eingeschränkten Unterhalt. Schon einzelne Reifenspuren können, aufgrund des sehr losen Bodengefüges, neue Angriffsflächen für Erosion bieten und sich, im schlimmsten Fall, innerhalb weniger Jahre zu ausgewaschenen Bachbetten entwickeln. Nur das Befahren von ausgewiesenen Strecken ist also erlaubt.

Im Winter sind die Hauptstraßen meist geräumt, aber auch dort kann es zu Verkehrsbehinderungen durch Glatteis oder Schneeverwehungen kommen. Daher fahren die meisten Isländer mit Spikes und bevorzugen Autos mit Vierradantrieb. An einzelnen Tagen im Winter können auch Teile der Hauptverbindungsstraßen kurzfristig gesperrt werden.

Flugverkehr

Der größte internationale Flughafen, der , liegt bei , etwa 60 km westlich von Reykjavík. Die örtliche Fluggesellschaft Icelandair verbindet den Flughafen mit zahlreichen internationalen Zielen auf dem europäischen und amerikanischem Festland. Außerdem gibt es einen Ausweichflughafen in im Osten Islands und drei weitere Flughäfen in Akureyri, und . Insgesamt gibt es 98 Flugplätze im Land.

Schiffsverkehr

Bedeutende Häfen des Landes sind Akureyri, Grundartangi, Hafnarfjörður, Hornafjörður, Reykjavík, . Letzterer bietet mit der Fähre '''' die einzige zwischen Island und dem europäischen Kontinent (Häfen in Dänemark und auf den -Inseln, bis Ende 2008 auch Norwegen und Schottland). Es gibt in Island keine Flussschifffahrt.

Öffentlicher Nah- und Fernverkehr

Das Bussystem Strætó in bietet regelmäßige und schnelle Verbindungen sowohl innerhalb Reykjavíks als auch zu den Vororten Seltjarnarnes, Kópavogur, Hafnarfjörður, Garðabær und Mosfellsbær an. Die zentralen Busterminals sind ''Hlemmur'' am Ende der Einkaufsstraße Laugavegur, und ''Mjódd'' im Stadtteil . Haltestellen, an denen die Strætó-Busse halten, sind mit einem gelben ?S? gekennzeichnet.

In Akureyri und Reykjanes bietet Strætó zusätzlich Buslinien für den Stadtverkehr an.

Fernverkehr

Strætó bietet auch Fernverbindungen von Reykjavík in die meisten Hauptteile Islands an.

Island hat ein umfassendes Netzwerk aus Fernbuslinien, betrieben von verschiedenen Anbietern. Sie werden vom BSÍ (''Bifreiðastöð Islands'') überwacht, welches sich bei dem BSÍ-Terminal in Reykjavík befindet.