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{{Infobox Staat
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'''Island''' ( bedeutet ?Eisland?) ist ein dünn besiedelter Inselstaat im äußersten Nordwesten Europas. Mit rund 103.000?Quadratkilometern (davon Landfläche 100.250 und Wasserfläche 2.750 Quadratkilometer; mit Fischereizone 758.000 Quadratkilometer) ist Island ? nach dem Vereinigten Königreich ? der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas. Die Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. Island ist Mitglied der EFTA, des Europäischen Wirtschaftsraums, des Nordischen Rates sowie Gründungsmitglied der NATO.

Mit seinen 350.710 Einwohnern (Stand März 2018) ist Island bei einer Bevölkerungsdichte von 3,5 Einwohnern pro km² das am dünnsten besiedelte Land Europas und eines der am dünnsten besiedelten Länder der Welt. Über 60 Prozent der isländischen Bevölkerung konzentrieren sich auf die Hauptstadtregion von Reykjavík.

Island ist hinsichtlich Lebensstandard und Pro-Kopf-Einkommen eines der führenden Länder der Welt. Im Index der menschlichen Entwicklung nahm das Land 2017 den 6. Rang ein.

Geographie

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Geographisch gehört Island zu Nordeuropa, geologisch zugleich zu Europa und Nordamerika, geopolitisch zu den Nordischen Ländern und kulturell zu Nordwesteuropa, insbesondere zu Skandinavien.

Der Inselstaat befindet sich südöstlich von Grönland. Nordöstlich liegt die Insel Jan Mayen, östlich befindet sich Norwegen, südöstlich liegen die Färöer, Großbritannien und Irland.

Zwischen Grönland und Island liegt die Dänemarkstraße. Nördlich von Island liegt die Grönlandsee, östlich das Europäische Nordmeer oder ?Nordpolarmeer?, beides Nebenmeere des Arktischen Ozeans. Südlich beginnt der Nordatlantik.

Die Fläche Islands beträgt 103.125?km², davon sind 100.329?km² Landfläche und 2796?km² Wasserfläche. Der längste Fluss ist die Þjórsá mit 230?km. Die höchste Erhebung der Insel ist der Hvannadalshnúkur mit 2110?m. Die Küstenlänge beläuft sich auf rund 4.970?km.

Geologie

Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken und damit sowohl auf der Nordamerikanischen als auch auf der Eurasischen Platte, wobei sich die Plattengrenzen von Südwesten nach Nordosten in etwa diagonal über die Insel ziehen. Die Platten entfernen sich jährlich etwa 2?cm voneinander. Ein Mantelplume unter der Insel, der sogenannte Island-Plume, sorgt mittels Vulkanismus für ständigen Nachschub von geschmolzenem Gesteinsmaterial aus dem Erdinneren, weshalb die Insel nicht auseinanderbricht. Die aktiven Vulkane in Island sind in etwa 30 Vulkansysteme eingeordnet.

Island vergletscherte in den Eiszeiten fast vollständig. Nach einer Wärmeperiode war die Insel fast gletscherfrei, bevor es vor etwa 1000 Jahren begann, wieder kühler zu werden. Heute bedecken Gletscher wieder 11,1?Prozent der Landesoberfläche. Der Gletscher mit Europas größtem Eisvolumen ist der Vatnajökull. Seine Eiskappe ist bis zu 1000?m dick.

Im Jahr 2010 brachte der Vulkan Eyjafjallajökull mit seiner Aschewolke den Flugverkehr in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas zum Erliegen.

Landschaftsbild

Die Landschaft ist durch Vulkanismus und Wasserreichtum geprägt. So gibt es zahlreiche, zum Teil aktive Vulkane, Flüsse, Seen und Wasserfälle. Darunter ist mit dem Dettifoss der energiereichste Wasserfall Europas, gemessen am Wasservolumen pro Sekunde?×?Fallhöhe. Das Isländische Hochland im Zentrum der Insel bildet eine Periglazial-Wüste und ist nahezu unbewohnt. Eine Vielzahl von Gletschern prägen das Gesicht der Insel.

Die Küstenlinie ist im Bereich der isländischen Fjorde stark zerfurcht. Neben der Hauptinsel gibt es eine Reihe kleinerer Inseln, darunter die Westmännerinseln (Vestmannaeyjar). Diese bewohnte Inselgruppe südlich der Hauptinsel umfasst vierzehn Inseln, dazu Schären und Felsen.

Klima

Das Klima ist ozeanisch kühl, geprägt vom relativ warmen Irmingerstrom (5?°C) an der Südküste und vom kalten Grönlandstrom an der Nordost- und Südwestküste. Die Niederschläge betragen bis zu 2000?mm im Jahr in den Niederungen im Süden und bis zu 4000?mm auf dem Vatnajökull. Die geringste Niederschlagsmenge findet man auf den Hochebenen im Norden von Island (unter 600?mm).

Aufgrund des warmen Golfstroms ist das Klima in Island milder als in anderen Regionen dieser Breitengrade. Die Winter sind vergleichsweise mild und die Sommer eher kühl. In den letzten Jahrzehnten macht sich die globale Erwärmung durch einen leichten Anstieg der Durchschnittstemperaturen bemerkbar, was am Rückzug einzelner Gletscherzungen bis hin zum völligen Abschmelzen kleinerer Gletscher (zum Beispiel der heute verschwundene Okjökull) zu beobachten ist. Am wärmsten ist es in Island in der Zeit von Mitte Juni bis Ende August/Mitte September.

Die Tagestemperaturen schwanken zwischen 0 und 3?°C im Winter und zwischen 12 und 15?°C im Sommer, wobei es im Landesinneren teils deutlich kühler sein kann. Im Sommer treten in einigen privilegierten Lagen auch wesentlich höhere Temperaturen (über 20?°C) auf. Vor allem wegen des Golfstroms fällt im Süden der Insel vergleichsweise selten Schnee.

Die geringsten Niederschläge fallen in Island in den frühen Sommermonaten, wobei es hier signifikante lokale Unterschiede gibt. Im Nordosten ist es tendenziell trockener, da sich die von Süden kommenden Wolken häufig über dem 8100?km² großen Gletscher Vatnajökull ausregnen. Auch die Sonnenscheindauer ist daher etwa im Gebiet des Sees ).

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Zeitzone

In Island ist die amtliche Zeit die koordinierte Weltzeit (UTC), also die Greenwich-Zeit, obwohl es geographisch gesehen UTC?2 beziehungsweise UTC?1 Stunde sein müsste, vgl. Zeitzonen. Aus diesem Grund ist in den Sommermonaten im Norden Islands eine ?unechte Mitternachtssonne? zu sehen, da der Sonnenuntergang nach Mitternacht liegt. Eine echte Mitternachtssonne ist lediglich auf der Insel Grímsey zu erleben, da diese sich genau auf 66° 30? nördlicher Breite (nördlicher Polarkreis) befindet. Seit 1967 gibt es in Island keine Sommerzeit mehr.

Fauna

Durch das arktische Klima ist die Tier- und Pflanzenwelt Islands, im Vergleich etwa zu Mittel- und Südeuropa, wenig artenreich. Vor der Besiedlung durch den Menschen gab es nur Vögel, Fische, Insekten, Robben, Polarfüchse und manchmal Eisbären, die zufällig mit einer Eisscholle von Grönland hierher getrieben waren. Mit den Menschen kamen die Haustiere, insbesondere Schafe und Pferde, aber auch Mäuse und Ratten wurden auf Schiffen eingeschleppt.

Anders als bei anderen Tierklassen ist die Vielfalt der Vögel enorm groß. Im Landesinneren leben z.?B. Rotdrossel, Kurzschnabelgans und das Schneehuhn, in den Küstenregionen unzählige Seevögel.

Landsäugetiere

Der verbreiteten sich von Schiffen aus.

Die nordischen Siedler führten bei der Landnahme alle Nutztiere der Insel ein, darunter auch die heutigen Islandschafe. Bis heute überlässt man die gut markierten Tiere den kurzen Sommer über sich selbst. Sie ziehen, innerhalb festgelegter Landwirtschaftsbezirke, frei umher. Überwinden sie jedoch die trennenden Zäune oder natürlichen Hindernisse (Flüsse, Wüsten, Berge), werden sie zur Seuchenprävention auf der Stelle getötet. Im Herbst fängt man die Tiere beim Viehabtrieb (''Réttir'') wieder ein. Um Überweidung zu verhindern, ist die Schafhaltung quotiert.

Ein Wandel des Klimas und die Rodung der ursprünglichen Birkenwälder, mit anschließender extensiver Beweidung, hat das Landschaftsbild Islands dauerhaft verändert. 1771 brachte man 13 Rentiere aus Norwegen ins Land und hoffte auf Vermehrung, um sie bejagen zu können oder aus ihrer Haltung anderweitig Nutzen zu ziehen. Heute leben etwa 3000 Rentiere wild im östlichen Hochland der Insel. Die erhoffte wirtschaftliche Bedeutung haben sie aber nie erlangt. Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte man auch, den Moschusochsen anzusiedeln?? jedoch ohne größeren Erfolg.

Island ist die Heimat des Islandpferdes. Als eine von nur wenigen Pferderassen beherrscht es den Tölt, eine trittsichere, langsame bis schnelle Gangart ohne Sprungphase. Das Pferd hat also immer ein Bein am Boden, was für den Reiter sehr bequem ist und seinen Rücken schont. Islandpferde dürfen wie alle lebenden Nutztiere zwar aus-, aber nicht wieder eingeführt werden. Das soll das Einschleppen von Krankheiten sowie den Eintrag fremden Erbguts, etwa durch Föten tragender Stuten, die die reinrassige Islandpferdezucht gefährden, verhindern.

Vögel

Island ist berühmt für seine Vogelwelt, besonders die zahlreichen Vogelfelsen sind ein Magnet für Vogelbeobachter aus aller Welt. Als bekanntester Vogel Islands gilt der Papageitaucher. An den Vogelfelsen finden sich zudem Trottellummen, Dickschnabellummen, Eissturmvögel, Gryllteisten oder der Basstölpel.

Im Landesinneren trifft man auf das Alpenschneehuhn, den Goldregenpfeifer, das Odinshühnchen, das Thorshühnchen, und an Gletscherseen ist der Sterntaucher zu beobachten. Auf den Sandern muss man sich vor den Angriffen von Skuas und Küstenseeschwalben in Acht nehmen. Drei nordamerikanische Arten, Eistaucher, Kragenente und Spatelente, haben auf Island ihr einziges europäisches Brutvorkommen.<ref name="birdlist">offizielle Liste isländischer Vogelarten</ref>

Der See Mývatn ist für seinen ungewöhnlichen Artenreichtum an Wasservögeln (z.?B. Bergenten und Spatelenten) bekannt. In den Frühjahrs-, Sommer- und frühen Herbstmonaten findet sich an diesem See die weltweit größte Vielfalt an Entenarten. Ein Drittel der Enten- und Sägerarten überwintert dort. Die Greifvogelwelt Islands ist ebenfalls beachtlich, so kommen Gerfalke und Merlin relativ häufig vor.

Meer und Binnengewässer

Da der warme Irmingerstrom (Golfstrom) und der kalte Ostgrönlandstrom vor der Küste aufeinandertreffen, sind die Gewässer um Island besonders fischreich. Zudem ist das Wasser kaum mit Schadstoffen belastet, weshalb im Meer um die Insel rund 270 Fischarten leben. Pflanzen wachsen bis zu einer Wassertiefe von 40?m.

Die Islandmuschel kann ein Alter von über 500 Jahren erreichen.

In den isländischen Gewässern leben zahlreiche Walarten, wie zum Beispiel Nördlicher Zwergwal (''Balaenoptera acutorostrata''), Blauwal (''Balaenoptera musculus''), Finnwal (''Balaenoptera physalus''), Seiwal (''Balaenoptera borealis''), Buckelwal (''Megaptera novaeangliae''), Schweinswale (''Phocoena phocoena''), Weißschnauzendelfin (''Lagenorhynchus albirostris''), Weißseitendelfin (''Lagenorhynchus acutus''), Grindwal (''Globicephala melas''), Schwertwal (''Orcinus orca''), Nördlicher Entenwal (''Hyperoodon ampullatus'') und der Pottwal (''Physeter macrocephalus''). Aktuellen Bestandszählungen zufolge gibt es in den Gewässern um Island etwa 50.000 Zwergwale und 17.000 Finnwale. Die Gesamtzahl der Wale wird auf rund 230.000 geschätzt.

Nach knapp 20 Jahren erzwungener Pause hat Island 2003, trotz internationalen Protests, wieder ein als wissenschaftlich deklariertes Walfangprogramm aufgenommen. Über einen Zeitraum von drei Jahren dürfen bis zu 250 Zwergwale und etwa 40 Finnwale getötet werden. Da die Anbieter von Walbeobachtungstouren einen Einbruch der Besucherzahlen befürchten, wird in Island selbst inzwischen über die Einstellung des Walfangs diskutiert. Die Bevölkerung sieht den Walfang überwiegend positiv.

2006 beschloss Island, zusätzlich zum wissenschaftlichen auch den kommerziellen Walfang wieder zuzulassen. 30 Zwergwale und neun Finnwale, die zu den bedrohten Arten zählen, dürfen vor den Küsten getötet werden ? allen weltweiten Protesten zum Trotz. Inzwischen wurden die ersten Wale erlegt; am 22. Oktober 2006 wurde der erste getötete Finnwal an Land geschleppt. Japan ist der wichtigste Absatzmarkt für isländisches Walfleisch. Im Jahr 2010 tötete Island deutlich mehr Finnwale, als der japanische Markt an Walfleisch aufnehmen konnte. Der für die japanische Fischereibehörde arbeitende Jun Yamashita unterließ es, Island auf diese Marktlage hinzuweisen und so die Zahl der gejagten Wale auf ein wirtschaftlich vernünftiges Maß zu senken.

In Islands Binnengewässern ist der Artenreichtum an Fischen nicht so groß wie vor den Küsten. In den Flüssen und Seen leben Aale, Forellen, Lachse, Stichlinge und Saiblinge, also fast ausschließlich lachsartige (Salmonidae), die teilweise für Wochen und Monate ins Meer wandern.

Flora

Die Flora Islands weist einige endemische Arten auf. Besonders häufig trifft man unterschiedliche, in verschiedenen Farben wachsende Flechten und Moose an. Mit den Eiszeiten sind die meisten der den gemäßigten und subtropischen Zonen angehörenden Pflanzenarten von der Insel verschwunden, darunter auch Mammutbaum und Ahorn.

Die restlichen Pflanzenarten waren und sind dem rauen Klima angepasst. Man findet zum Beispiel zahlreiche Steinbrecharten und auch diverse Unterarten des Leimkrauts, zum Beispiel ist das Einblütige Leimkraut (a. Klippen-Leimkraut), eine der ersten Pflanzenarten, die Lavafelder besiedeln und daher viel im Hochland zu finden sind. Auch die Doldengewächse sind an feuchten Bachrändern und Seeufern verbreitet. Besonders beliebt ist die Engelwurz, die man traditionell auch zur Teeherstellung und als Heilkraut kennt. Auf den Hofwiesen blüht viel Löwenzahn und in den Bergen das Alpenröschen.

Die im Juni in großen Mengen violett blühenden Lupinen (vor allem die Alaska-Lupine) wurden allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt. Sie fixieren mit ihrem dichten Wurzelwerk den tonarmen und dadurch stark der Windverwehung ausgesetzten Mutter- und Wüstenboden. Sie dienen der Stickstoff?anreicherung und helfen beim Kampf gegen die Erosion. Außerdem wurden Dünengräser, vor allem Strandroggen, gesät, um der Winderosion zu begegnen.

Auffallend für Mitteleuropäer ist der Mangel an Wäldern. Noch zur Zeit der Landnahme waren etwa 20 % des Landes bewaldet. Die alten Chroniken ''Íslendingabók'' (?Isländerbuch?) und ''Landnámabók'' (?Landnahmebuch?) berichten gar, das Land sei von der Küste bis in die Berge bewaldet gewesen. Hauptsächlich fand man ausgedehnte Birkenwälder vor, wie Forschungen nachgewiesen haben. Durch Rodungen zur Weidelandgewinnung, für Brennholz und zur Holzköhlerei verschwanden diese Wälder. Die anschließende Beweidung ließ Sprösslinge nicht mehr hochkommen, so dass die Insel bereits nach wenigen Jahrhunderten der Besiedlung völlig entwaldet war. Nur spärliche Reste der niedrig wachsenden Birkenwälder überlebten. Lediglich an einigen, oft abgelegenen Stellen, vor allem am See Lagarfljót in Ostisland, dem Vaglaskógur, im Nordosten (südlich von Akureyri) sowie in den Westfjorden findet man noch zusammenhängende Waldflächen, bestehend aus Birken, Ebereschen und Woll-Weide. Bauholz wurde aus Norwegen eingeführt, und geeignetes Treibholz für Zimmer- und Tischlerarbeiten genutzt. Heute bemüht man sich um die Wiederaufforstung des Landes. Vor allem im Norden und Osten, aber auch am Skorradalsvatn oder im Urstromtal Þórsmörk im Süden des Landes wurden dabei schon Erfolge erzielt.

An warmen Quellen und Bächen stößt man häufig auf eine üppige Vegetation, vorausgesetzt die Beschaffenheit des Bodens lässt es zu. Durch Erdwärme aufgeheiztes Wasser nutzt man in Island für Gewächshäuser. Daher wachsen knapp unterhalb des Polarkreises sogar Bananenstauden?? die nördlichsten der Welt??, aber auch Schnittblumen und selbst Weinreben werden hier gezüchtet. Besonders gut lässt sich die Pflanzen- und Tierwelt in den drei Nationalparks Islands beobachten.

Bevölkerung

Bevölkerungsverteilung

Island hat ), von denen sich über 60 Prozent auf die Hauptstadtregion konzentrieren. Mit 3,5 Einwohnern pro km² ist Island das am dünnsten besiedelte Land Europas und eines der am dünnsten besiedelten Länder der Welt. Nur Australien, Namibia, die Mongolei sowie die international teilweise als Staat anerkannte Westsahara sind noch dünner besiedelt.

Zur Verteilung der Bevölkerung auf die acht Regionen Islands siehe ''Verwaltungsgliederung Islands''.

Bevölkerungsentwicklung

Im Gegensatz zu vielen anderen westlichen Staaten stieg die Bevölkerungszahl in Island bis 2008 kontinuierlich an. Am 9.?Januar 2006 wurde die 300.000er-Marke überschritten. Infolge der Finanzkrise ab 2008 wurde ein leichter Bevölkerungsrückgang verzeichnet; Im Januar 2012 lag die Zahl der Einwohner wieder bei 319.575.

Zwischen 1950 und 1990 betrug der Ausländeranteil durchschnittlich etwa 1,5 %, bis 2003 war die Quote auf 3,5 % gestiegen. Unter den Ausländern hatten zu diesem Zeitpunkt Polen mit 18,2 % den größten Anteil, gefolgt von Dänen mit 8,6 %, Filipinos mit 6,0 % und Deutschen mit 5,4 %. Im Jahre 2017 waren 12,5 % der Bevölkerung Migranten.

Ein wesentlicher Trend der letzten Jahre war die Landflucht. Besonders abgelegenere Gebiete wie etwa die Westfjorde, Snæfellsnes oder der äußerste Nordosten hatten darunter zu leiden. Bedeutende Teile der Bevölkerung erhofften sich bessere Lebens- und Verdienstmöglichkeiten in der Stadt, besonders in Reykjavík. Mit der Krise 2008 schien sich dieser Trend jedoch abzuschwächen, vgl. etwa Statistisches Amt Hagstofa zu Ísafjörður 1990: 3498 Einwohner; im Jahre 2010: 2677 Einwohner.<ref name="hagstofa" />

'''Entwicklung der Bevölkerung'''

{| class="wikitable"
!Jahr
!Einwohnerzahl
|-
|1950
| style="text-align:right"|143.000
|-
|1960
| style="text-align:right"|176.000
|-
|1970
| style="text-align:right"|204.000
|-
|1980
| style="text-align:right"|228.000
|-
|1990
| style="text-align:right"|255.000
|-
|2000
| style="text-align:right"|280.000
|-
|2010
| style="text-align:right"|320.000
|-
|2017
| style="text-align:right"|340.000
|}
Quelle: UN

Religion

Die Isländische Staatskirche ist eine evangelisch-lutherische Gemeinschaft und wird vom Staat unterstützt und geschützt (Art. 62 der Verfassung).

Mit Stand vom 1. Januar 2015 gehörten 73,8 % der Einwohner der Staatskirche an, 5,9 % verschiedenen lutherischen Freikirchen. Insgesamt 7,7 % gehörten anderen staatlich registrierten Glaubensgemeinschaften an, von denen die römisch-katholische Kirche mit 3,6 % der Bevölkerung den größten Anteil stellte. Die im Ásatrúarfélagið organisierte, seit 1972 anerkannte neuheidnische Religion machte 0,8 % aus. 0,6 % gehörten der Pfingstkirche an. Es folgten mit je 0,3 % die Buddhisten und ''Siðmennt'', eine nichtreligiöse, der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union angeschlossene Organisation, die den Glaubensgemeinschaften rechtlich gleichgestellt ist. Das statistische Jahrbuch von Island für 2015 verzeichnet darüber hinaus zehn weitere registrierte religiöse Gemeinschaften einzeln, denen jeweils 0,2 % oder weniger der isländischen Bevölkerung angehörten, darunter Zeugen Jehovas (0,2 %) und zwei verschiedene muslimische Gemeinschaften mit je 0,1 %. Unter einem Punkt «Andere kleinere, registrierte religiöse Organisationen» wird eine Vielzahl von Organisationen zusammengefasst, die jeweils weniger als 200 Mitglieder haben, und zusammen 0,5 % der Bevölkerung ausmachen.<ref name="landshagir2015"></ref>

7,1 % der Bevölkerung gehörten am 1. Januar 2015 einer anderen (nicht staatlich registrierten) Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angaben. 5,6 % gaben an, keiner Glaubensgemeinschaft anzugehören.<ref name="landshagir2015" />

Die isländische Form einer Kirchensteuer, das sogenannte ?Gemeinde-Entgelt? (''sóknargjald''), geht an die staatlich anerkannte religiöse Gemeinschaft oder weltlich-humanistische Gruppierung, als deren Mitglied die Person registriert ist.

Sprache

Das isländische Alphabet hat 32 Buchstaben, vom A über Á bis hin zum Æ und schließlich zum Ö. Anders als im Deutschen werden Umlaute wie Ö als selbständige Buchstaben behandelt und daher auch nicht bisweilen als Oe umschrieben und einsortiert. Entsprechend sind die Wörter im Lexikon und auch die Namen in sämtlichen isländischen Registern wie unter anderem auch dem Telefonbuch gereiht.

Sprachentwicklung und Sprachpurismus

Auf Island wird die isländische Sprache gesprochen. Sie ist de facto Amtssprache, wurde allerdings nie offiziell dazu erklärt. Entwickelt hat sie sich aus dem Altnordischen. Noch heute können Isländer Texte aus den ersten Jahrhunderten nach der Besiedlung des Landes ohne größere Probleme lesen, da sich die Schriftsprache seit der Einwanderung vor über 1100 Jahren kaum geändert hat. Erklärt wird das mit der isolierten Lage der Insel im Nordatlantik. Die Aussprache hat sich in dieser Zeit jedoch durchaus gewandelt.

Der isländische Sprachpurismus ist dafür verantwortlich, dass Fremdwörter in der Regel durch isländische Wortschöpfungen ersetzt werden. Dieses Bemühen um Reinhaltung der Sprache verhindert jedoch keineswegs, dass in Fachsprachen oft neben dem isländischen Begriff auch fremdsprachliche Entsprechungen vorkommen.

Namen

In Island sind die Vornamen der wichtigste Teil des Namens. Familiennamen sind selten. Stattdessen tragen die Isländer den Vaternamen, seltener Mutternamen, mit dem Zweitglied ''-dóttir'' (?-tochter?) oder ''-son'' (?-sohn?). Ein isländischer Junge, der der Sohn von Jón Einarsson ist und den Namen Ólafur bekommen soll, heißt mit vollem Namen Ólafur Jónsson (Sohn des Jón), seine Schwester Sigríður hieße Sigríður Jónsdóttir (Tochter des Jón).

Diese Namen werden auch bei der Eheschließung beibehalten. In den Familien werden die Vornamen oft weitergegeben. Um Verwechslungen zu vermeiden, erhalten die Kinder oft mehrere Namen. Wenn man sich mit ?Ich heiße ?? vorstellt, kommt häufig die Gegenfrage ?Wessen Sohn/Tochter??. Damit wird auch nach der Familie gefragt. Viele Isländer können ihre Abstammung über 1000 Jahre bis zur Zeit der Landnahme zurückverfolgen.

Schrift und Grammatik

Im Isländischen gibt es noch einen .

Hat schon die deutsche Sprache umfangreiche Wort- und Satzbauregeln, so sind diese im Isländischen noch komplexer. Das erklärt sich daraus, dass das Isländische aufgrund jahrhundertelanger Isolation auf einer abgelegenen Insel im Wesentlichen eine alte Sprachform bewahrt hat.

Geschichte

Mittelalter

Als Entdecker Islands gilt der schwedische Wikinger Gardar Svavarsson, der um 870 in Húsavík in Nordisland überwinterte und die Insel nach sich selbst ''Garðarsholmur'' (Gardarsholm) benannte.

Der nächste Entdecker Flóki Vilgerðarson fuhr aus, um mit Hilfe dreier Raben Garðarsholmur (Island) zu finden. Ein Bericht über diese ausgefallenen Navigationsmethoden findet sich im Landnámabók.

Nach den schriftlichen Quellen wurde Island im späten 9. und frühen 10. Jahrhundert durch Auswanderer aus Norwegen und anderen zurück.

Während in Mitteleuropa die Königtümer um die Kaiserwürde wetteiferten, steht am Anfang der isländischen Geschichte die einzigartige Entwicklung eines oligarchischen Gesellschaftssystems. Nach der Demokratie im Griechenland des Altertums ist das Althing als Versammlung gleichgestellter Goden zusammen mit dem färöischen Løgting eines der ersten parlamentarischen Systeme in Europa. Die sowohl gesetzgebende als auch rechtsprechende Versammlung trat alljährlich in Þingvellir zusammen. Eigentliches Entscheidungsorgan war dabei die Lögrétta, die Versammlung der Goden. Zunächst waren es 36 an der Zahl, dann 39. Seit der Ernennung von Bischöfen für Island (1056) kamen diese noch hinzu. Bei Diskussionen und Verhandlungen, die jeder Entscheidungsfindung vorangingen, wurden die Goden von je zwei Assistenten unterstützt. Daneben waren sie auf die Unterstützung ihres Gefolges freier Männer angewiesen. Unfreie, die einen erheblichen Teil der Bevölkerung bildeten, Frauen und Kinder nahmen am demokratischen Prozess nicht teil.

Das Godentum, das sich im Zuge der Landnahme durch 400 norwegische Häuptlingsfamilien entwickelt hatte, überdauerte fast 300?Jahre. Es endete erst mit der Unterwerfung unter die Norweger im Jahre 1262. In diesem Zusammenhang spielte der in Reykholt beheimatete Snorri Sturluson?? eine der wichtigsten politischen Persönlichkeiten dieser Zeit?? eine entscheidende Rolle.

Der Sage nach entdeckte Erik der Rote im Jahr 982 n.?Chr. von Island aus Grönland. Tatsächlich war der erste Seefahrer, der nach Ostgrönland segelte, Gunnbjörn Úlfsson, nach ihm folgte Snæbjörn Galti, der dort sein Winterquartier aufschlug. Immerhin umrundete Erik der Rote die Südspitze der Insel und erreichte so die grönländische Westküste.

Im Jahre 1000 landete der Isländer Leifur Eiríksson an der Nordspitze von Neufundland und gründete dort eine?? nicht dauerhafte?? Ansiedlung an der Stelle des heutigen L?Anse aux Meadows. Schon etwas früher hatte Bjarni Herjúlfsson den neuen Kontinent entdeckt. Er hatte sich verirrt, sah die amerikanische Küste, landete aber nicht, sondern kehrte nach Grönland zurück. Im selben Jahr beschlossen die Isländer durch das Althing in Þingvellir die Annahme des Christentums.

1262 kam Island unter norwegische Herrschaft. 1380 kam Norwegen unter dänische Herrschaft; 1397 entstand die Kalmarer Union, und Island wurde mit Norwegen unter dänischer Krone regiert.

Neuzeit

Im Jahre 1552 wurde in Island auf Anordnung des dänischen Königs Christians III. die Reformation durchgesetzt.

Lange blockierten Handelsmonopole, erst norwegische, später dänische, die wirtschaftliche Entwicklung Islands. Der Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 besiegelte noch einmal die dänische Oberhoheit. Das alte Mutterland Norwegen fiel zwar an Schweden, konnte sich aber auf den Weg in die Unabhängigkeit machen. Mit der Rückbesinnung auf die alten Traditionen, dem Wiederaufleben des Althings und dem Durchbrechen der Handelsbeschränkungen beging Island 1874 mit einer eigenen Verfassung die Tausendjahrfeier der Landnahme. 1904 gewährte Dänemark den Isländern die Autonomie (''Hjemmestyre'' nach dem Vorbild der irischen ''Home Rule''). Am 1. Dezember 1918 erlangte Island die Souveränität. Der dänische König Christian X. blieb aber bis zur Gründung der Republik, am 17. Juni 1944, das isländische Staatsoberhaupt. Daher haben Mitglieder des dänischen Königshauses, die vor dem 17. Juni 1944 geboren sind, auch einen isländischen Vornamen, wie die jetzige Königin Margrethe II., die den Vornamen Þórhildur trägt.

20. Jahrhundert

1911 wurde die Universität Island gegründet. Vorher mussten Isländer zum Studium ins dänische Mutterland übersiedeln bzw. wurden gehobene Positionen auf Island von entsprechend gebildeten Dänen besetzt. Dänisch war bis weit ins 20. Jahrhundert Zweitsprache auf Island.

1915 wurde das mit Dänemark; Islands Flagge wurde erstmals offiziell gehisst.

Im September 1939 begann der Zweite Weltkrieg; am 10. Mai 1940 besetzten britische Truppen Island unter Verletzung seiner Neutralität, um die befürchtete Invasion durch das Deutsche Reich zu vereiteln. Noch vor dem Kriegseintritt der USA wurden sie 1941 von Truppen der United States Army verstärkt und größtenteils ersetzt.

Am 17.?Juni 1944 wurde die Demokratische Republik Island () ausgerufen. Dänemark stand zu diesem Zeitpunkt noch unter deutscher Besatzung. Seit 1946 ist Island Mitglied der Vereinten Nationen, und es war 1949 ein Gründungsmitglied der NATO. Islands Beitrag zum Verteidigungsbündnis besteht darin, eingegrenzte Gebiete seines Territoriums zwecks militärischer Nutzung kostenlos zu verpachten. Die bedeutendste Niederlassung fremden Militärs auf Island war bis 2006 die Marineluftwaffenbasis in Keflavík, die hauptsächlich von US-amerikanischem Personal, aber auch von Dänen und Norwegern betrieben wurde. Nach 2006 wurde die militärische Präsenz von NATO-Partnern auf ein Minimum reduziert. Die Dauerpräsenz amerikanischer Truppen war in Island Jahrzehnte lang ein innenpolitischer Streitpunkt.

Seit 1994 ist Island Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR).

21. Jahrhundert

2001 trat Island dem vom 16. Juli 2009</ref>

Am 24. Februar 2010 empfahl die EU-Kommission die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen.

Politik

Staatsaufbau

Island ist seit dem 17.?Juni 1944 eine unabhängige parlamentarisch-demokratische Republik (siehe Verfassung der Republik Island). Das Althing, die Legislative, besteht aus 63 Abgeordneten. Die Judikative ist in Island zweistufig gegliedert. Die Bezirksgerichte bilden die untere Ebene. Das Obergericht Hæstiréttur, der oberste Gerichtshof, fungiert auch als Verfassungsgericht. Der Demokratieindex der Zeitschrift ''The Economist'' listete Island 2016 auf dem zweiten Platz weltweit hinter Norwegen und vor Schweden; das Land erreichte hier eine Punktzahl von 9,50 (von 10 möglichen) Punkten. Staatsoberhaupt ist der isländische Präsident, seit 2016 Guðni Th. Jóhannesson. Die Regierungsgeschäfte führt der isländische Premierminister.

Seit der Parlamentswahl 2013 regierte das Land eine Koalition aus der Fortschrittspartei (bäuerliche Mitte) und der liberal-konservativen Unabhängigkeitspartei, zunächst als Kabinett Sigmundur Davíð Gunnlaugsson und seit dem Rücktritt von Premierminister Sigmundur Davíð Gunnlaugsson (Fortschrittspartei) Anfang April 2016 als Kabinett Sigurður Ingi Jóhannsson.

Im Herbst 2016 fanden vorgezogene Neuwahlen statt,

Parteien

Mitte der 1970er Jahre wurde das in Island traditionell herrschende Vier-Parteien-System aufgebrochen. Die vier staatstragenden Parteien waren bis dahin:
  1. die Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkur, SF, konservativ),
  2. die Fortschrittspartei (Framsóknarflokkur, FF, liberal),
  3. die Sozialdemokratische Partei Islands (Alþýðuflokkurinn, AF, sozialdemokratisch) sowie
  4. die Volksallianz (Alþýðubandalagið, AL, sozialistisch).
Der Versuch der Vereinigung aller linken Parteien führte zu der Herausbildung zweier neuer Parteien, der:
  • sozialdemokratischen und europafreundlichen Allianz (Samfylkingin, Sf) und der
  • links-grün-patriotisch orientierten Links-Grünen Bewegung (Vinstri hreyfing-Grænt framboð, VG).

In der sozialdemokratischen Allianz ging auch die Frauenallianz auf, die 1983 als erste Frauenpartei der Welt in ein nationales Parlament eingezogen war und dort bis zur Fusion durchgängig vertreten war.

Im Parlament sind gegenwärtig außerdem folgende Parteien vertreten: Die Piratenpartei Píratar (seit der Wahl 2013), die liberale und pro-europäische Partei Viðreisn (seit der Wahl 2016), die populistische Flokkur fólksins (seit der Wahl 2017) sowie die 2017 als Abspaltung der Fortschrittspartei gegründete Zentrumspartei. Von 2013 bis 2017 gehörten auch Vertreter der Björt framtíð (?Helle Zukunft?) (pro-europäisch, liberal) dem Althing an.

Gewerkschaften

Es gibt in Island verschiedene Branchengewerkschaften und einen Gewerkschaftsbund (ASÍ). Mehr als 90 % der abhängig Beschäftigten sind organisiert. Wenn auch tendenziell abnehmend, spielt das Genossenschaftswesen eine weltweit fast einmalige Rolle auf der Insel. Nahezu alle wichtigen Lebensbereiche (Renten, Urlaubssonderzahlungen, Gesundheitswesen, der Schule nachgeordnete Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Kulturveranstaltungen, Fischereifahrzeug-Pools und deren Ertragsverteilung, ?) organisieren sich, teilweise oder vollständig, genossenschaftlich.

Außenpolitik

Island ist Mitglied bei folgenden Organisationen: FAO (seit 1945), Vereinte Nationen (seit 1946), NATO (seit 1949), Europarat (seit 1949), Nordischer Rat (seit 1952), EFTA (seit 1960), OECD (seit 1961), UNESCO (seit 1964), OSZE (seit 1975/1992), Westnordischer Rat (seit 1985/1997), Barentssee-Rat (seit 1993), EWR (seit 1994), WTO (seit 1995), Ostseerat (1995), Arktischer Rat (seit 1996), seit Oktober 2002 wieder Mitglied in der Internationalen Walfangkommission, neben diesen Mitgliedschaften besteht ein Verteidigungsabkommen mit den USA (seit 1951).

Verwaltungsgliederung

Politisch ist Island in acht Regionen unterteilt: Höfuðborgarsvæðið, Suðurnes, Vesturland, Vestfirðir, Norðurland vestra, Norðurland eystra, Austurland und Suðurland. Die acht Regionen werden (traditionell, aber nicht administrativ) in 22 ''sýslur'' (Syssel, etwa Landkreise) und 20 kreisfreie Gemeinden (acht ''kaupstaðir'', sieben ''bæir'', ein ''borg'' und vier weitere) gegliedert. Auf der untersten Verwaltungsebene gibt es 76 ''Sveitarfélög'' (Gemeinden) (Stand 2010), einschließlich der acht ''kaupstaðir'' (Stand 2005).

Städte

Rund 93 % der isländischen Bevölkerung lebten Mitte 2008 in Städten, allein 118.918 von insgesamt 321.857 Einwohnern des Landes lebten in der Hauptstadt Reykjavík (Hochrechnung 2013). Die hohe Urbanisierung geht auf die anhaltende Landflucht zurück, die in Island im 20. Jahrhundert begann.

In der Mehrzahl der Gemeinden außerhalb des Hauptstadtgebietes ist allerdings inzwischen wieder ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen. Von den acht Regionen Islands haben inzwischen fünf ein stabil positives Bevölkerungswachstum. Nur die Mehrzahl der Gemeinden der Region Nordwestisland verlieren nach wie vor Einwohner.

Gemeinden

Island hat 74 Gemeinden, die größten sind nachfolgend aufgeführt.

{|
| valign="top" |
{| class="wikitable"
|- class="hintergrundfarbe6"
!Gemeinde
!Einwohner
<small>()</small>
|-
|Reykjavíkurborg
| align="right" |
|-
|Kópavogur
| align="right" |
|-
|Hafnarfjörður
| align="right" |
|-
|Akureyri
| align="right" |
|-
|Reykjanesbær
| align="right" |
|-
|Garðabær
| align="right" |
|-
|Mosfellsbær
| align="right" |
|-
|Árborg
| align="right" |
|-
|Akranes
| align="right" |
|}
| valign="top" |
{| class="wikitable"
|- class="hintergrundfarbe6"
!Gemeinde
!Einwohner
<small>()</small>
|-
|Fjarðabyggð
| align="right" |
|-
|Fljótsdalshérað
| align="right" |
|-
|Seltjarnarnes
| align="right" |
|-
|Skagafjörður
| align="right" |
|-
|Vestmannaeyjar
| align="right" |
|-
|Ísafjarðarbær
| align="right" |
|-
|Borgarbyggð
| align="right" |
|-
|Norðurþing
| align="right" |
|}
|}

Militär

Island besitzt offiziell kein eigenes Militär. Den Küstenschutz übernimmt die circa 120?Mann starke Isländische Küstenwache mit ihrem Stützpunkt in Reykjavík. Ausgerüstet ist sie mit drei Patrouillenbooten, einem Überwachungsflugzeug und mehreren Hubschraubern. Die Hubschrauber übernehmen, bei Unwettern oder Unfällen, SAR-Aufgaben und Rettungsflüge für die Bevölkerung. Aus Kräften der Polizei und des Küstenschutzes rekrutiert Island zivile Kontingente für UNO- und NATO-Missionen (''Íslenska friðargæslan''). Island ist seit 1949 Gründungsmitglied der NATO. Im Bündnisfall hat es sich zu medizinischer Hilfsleistung bereit erklärt.

Die .

Die USA haben sich 1951 in einem bilateralen Verteidigungsabkommen zur Verteidigung Islands verpflichtet. Dabei spielte vor allem die Unterstützung der isländischen Küstenwache durch die fünf stationierten Hubschrauber und die Patrouillen im isländischen Luftraum durch vier F-15-Kampfflugzeuge eine Rolle. Die Stationierung kostete die Vereinigten Staaten von Amerika zuletzt etwa 260 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Am 19. März 2006 beschlossen die USA einseitig und für Island überraschend, ihre Streitkräfte abzuziehen. Am 30. September 2006 verließen die letzten auf Island stationierten US-Soldaten das Land. 600 Isländer verloren ihre Arbeit in der Militärbasis. Die Vereinigten Staaten garantieren der isländischen Regierung aber weiterhin militärischen Schutz aufgrund des bilateralen Vertrages. Es wurde eine Behörde für Fragen der Landesverteidigung eingerichtet, die die elektronische Luftraumüberwachung aus amerikanischer Regie übernahm. Um physische Militärpräsenz zu gewährleisten, hat man mit mehreren NATO-Partnern regelmäßige Flugpatrouillen-Kampagnen (zwei- bis dreimal jährlich) vereinbart. Befreundete Geschwader werden dann auf dem ehemaligen amerikanischen Stützpunkt einquartiert. Erstmals kam so im April 2008 ein französisches Geschwader mit Mirage-Jägern nach Island.

Die Regierungen in Oslo und Reykjavík einigten sich auf die Übernahme von Sicherheits-, Überwachungs- und Rettungsaufgaben durch die vereinbart.

Obwohl Island nicht über eigene Streitkräfte verfügt, war es 2003 in der Koalition der Willigen vertreten.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 7,911 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 10,350 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 12,2 % des BIP.<ref name="CIA">The World Factbook</ref>

Die Staatsverschuldung betrug 2016 10,6 Mrd. US-Dollar oder 53 % des BIP. Island konnte seine Staatsfinanzen in den letzten Jahren sanieren.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:
  • Gesundheit:<ref name="Fischer">Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4</ref> 9,1 %
  • Bildung:<ref name="CIA" /> 7,6 % (2004)

Wirtschaft

Allgemeines

Island war bis in das 20.?Jahrhundert ein landwirtschaftlich geprägtes Land. Bei einer Volkszählung im Jahr 1703 waren 69 % der Bevölkerung ausschließlich in der Landwirtschaft tätig, 30 % betrieben neben der Landwirtschaft noch Fischerei. Ende des 19.?Jahrhunderts erfolgte dann der Übergang zur Hochseefischerei. Die Landbevölkerung fand hier neue Arbeitsplätze und so war 1901 nur noch die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. 2008 arbeiteten nur noch etwa 4,8 % der isländischen Bevölkerung im primären Sektor, in der Industrie arbeiteten etwa 22,2 %, im Dienstleistungssektor 73 % der Beschäftigten. Mit 2,8 % im Jahr 2017 hat Island eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten weltweit.

2005 wurde mit den Färöern das Hoyvíker Abkommen geschlossen, das eine Freihandelszone zwischen Island und den Färöern beinhaltet.

Island war besonders von der 2007 ausgebrochenen vom 7. Oktober 2008</ref>

Am 16.?Oktober 2008 gab die Regierung Islands an, eine fällige Anleihe der verstaatlichten Glitnir-Bank in Höhe von 750 Millionen US-Dollar nicht zurückzuzahlen, womit Island de facto zahlungsunfähig war.

Island war im April 2009 laut dem US-amerikanischen Ökonomen und Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman vor Irland und Österreich das Land mit dem größten Risiko eines Staatsbankrotts.<ref>Moritz Koch:

 [http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/finanzen/350/464944/text/ ''?Wir müssten schon einen neuen Planeten finden?''] in der ''Süddeutschen Zeitung'', 17. Mai 2010.</ref> Die drei größten Banken (Kaupthing, Landsbanki und Glitnir) hinterließen nach der Verstaatlichung einen Schuldenberg vom Zehnfachen der bisherigen jährlichen Wirtschaftsleistung Islands.

Laut OECD-Bericht vom Mai 2010 sind Island inzwischen beträchtliche Konsolidierungen im Wirtschaftsbereich gelungen. Diese bildeten nach Einschätzung der OECD eine gute Grundlage für eine weitere wirtschaftliche Erholung und einen beginnenden Aufschwung im Jahr 2011. Die Empfehlungen der OECD-Kommission gingen dahin, 2011 weitere energieintensive Unternehmen in Island zu installieren, um die private Nachfrage anzukurbeln. Außerdem soll weiterhin der bisher erfolgreiche Kurs fiskalischer Konsolidierung verfolgt werden. Der Bankensektor hat sich stabilisiert und entsprechende Reserven in internationaler Währung sind vorhanden. Die Währungskonsolidierung wird weiter ein Ziel sein.

Im Juni 2011 kehrte Island erstmals an den internationalen Kapitalmarkt zurück. Island begann im Frühjahr 2012 vorzeitig mit der Rückzahlung sowohl des IWF-Beistandskredites in Höhe von insgesamt 2,1 Milliarden US-Dollar als auch der Kredite der nordischen Länder.<ref name="auswaertiges-amt.de">Auswärtiges Amt ? Island ? Wirtschaftliche Situation, abgerufen am 13. November 2015</ref>

2013 schloss Island als erster europäischer Staat ein Freihandelsabkommen mit China ab. China ist an dem Inselstaat insbesondere wegen dessen günstiger Lage am Nördlichen Seeweg interessiert.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Island Platz 28 von 137 Ländern (Stand 2017?2018).

Währung

Die Währung Islands ist die Isländische Krone (ISK), 100 ISK haben den Gegenwert von ). Im Umlauf befinden sich Münzen zu 1, 5, 10, 50 und 100 Kronen sowie Banknoten zu 500, 1000, 2000, 5000 und 10.000 Kronen.

Basisdaten

Die Wirtschaft Islands hat sich nach der Finanzkrise wieder rasch erholt. 2016 wuchs das isländische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 7,2 % (2015: 4,1 %, 2014: 1,9 %, 2013: 4,4 %). Die Arbeitslosigkeit betrug 2014 durchschnittlich lediglich 5 %. Island unterhält vielfältige außenwirtschaftliche Beziehungen. Die Exporte von Gütern und Dienstleistungen machten 2014 rund 53 % des BIP aus, die Importe 47 %.<ref name="auswaertiges-amt.de" />

Trotz der Finanzkrise liegt das pro-Kopf-Einkommen in Island immer noch an der Weltspitze.

10 % der Isländer sind Fischer. Mehr als 50 % arbeiten im Dienstleistungssektor. Kern der isländischen Landwirtschaft ist die Nutztierhaltung, hauptsächlich Schafe, Islandpferde und Rinder.

Export und Import

Die Hauptexport?partner des Landes waren im Jahr 2009 die Niederlande (30,7 %), das Vereinigte Königreich (12,8 %), Deutschland (11,3 %), Norwegen (5,8 %) und Spanien (4,8 %). Die Hauptimport?partner waren Norwegen (13,0 %), die Niederlande (8,6 %), Deutschland (8,3 %), Schweden (8,1 %) und Dänemark (7,3 %).

Landwirtschaft

Ein großer Teil der Insel besteht aus Lavawüsten, die weder bewohnbar noch landwirtschaftlich nutzbar sind. Das betrifft weite Gebiete des Inlandes (Isländisches Hochland). 11 % des Landes sind von Gletschern bedeckt.

Die bewohnten Gebiete befinden sich hauptsächlich entlang der Küste. 20 % des fruchtbaren Landesteils werden für die extensive Viehzucht (vor allem Schafe und Pferde) genutzt, nur 1 % für den Anbau von Getreide oder anderen Feldfrüchten. Ein Grund sind die relativ kühlen Sommertemperaturen, während im Winter der Golfstrom besonders im Südwesten für ein verhältnismäßig mildes Klima sorgt. Die Durchschnittstemperaturen betragen 11?°C im Juli und ?1?°C im Januar. 2017 wurden 7.400 t Gerste geerntet, damit lag Island weltweit an 90. Stelle. Möhren wurden auf
einer Fläche von 5 ha angebaut, und 2017 wurden 750 t geerntet.

Die isländische Hochweidewirtschaft war bis in das 19. Jahrhundert vergleichbar mit der ''Seter''-Almwirtschaft Norwegens. Die moderne Weidewirtschaft auf den natürlichen Weidegründen ist hingegen eine eigene Form des mobilen Pastoralismus. Um die wertvollen Tieflandweiden zu entlasten, befinden sich die Schafe und Pferde im Sommer auf den Hochweiden im Inland. Die Mutterschafe mit den Lämmern werden im Juni auf die Hochweiden getrieben oder mit Lastwagen dorthin gebracht. Die Tiere streifen während dieser Zeit frei umher. Sie folgen beim Weiden immer dem frischesten Pflanzenwuchs, weshalb das Lammfleisch in Island besonders wohlschmeckend ist. Im Herbst, das heißt im September/Oktober, werden die Tiere zu Pferd zusammengesucht und zurückgetrieben. Dabei müssen die Weidegründe bis zu dreimal durchkämmt werden, um alle Tiere zu finden. Den Winter verbringen sie auf den Weiden im bewohnten Gebiet bzw. im Stall. Der Abtrieb ist eine festliche Angelegenheit. Schulkinder fahren mit Bussen zu den jeweiligen Sammelstellen, großen ''Réttir'' genannten Pferchen. Sie schauen bei der letzten Phase zu oder packen mit an. Für die Erwachsenen gibt es abends einen festlichen Ball. Die wichtigsten Hochweidegebiete finden sich südlich von Hofs- und Langjökull zwischen Hvítá und Thjorsa, nördlich und nordwestlich des Langjökull und im Osten des Landes zwischen Hofsá und dem Fljótsdalur.

Inzwischen nutzt man, etwa in Hveragerði, mit zahlreichen Gewächshäusern, die Geothermische Energie für den Gemüse- und Obstanbau. Beispielsweise werden Tomaten auf einer Fläche von insgesamt 4 ha unter Glas angebaut, und 2017 wurden 1.334 t Tomaten geerntet.

Die Wiederaufforstung der Wälder ist ebenfalls ein großes Thema, etwa im Gebiet um die Hauptstadt Reykjavík und rund um den Skorradalsvatn in Westisland. 2015 waren 492 km² des Landes bewaldet, was 0,5 % der Landesfläche entsprach.

Fischerei

Aufgrund der Lage auf einem erkennt man deutlich den Phytoplankton als hellblauen Schleier vor allem im Süden und Südosten von Island</ref>

Island ist vom Fischfang abhängig (Fischprodukte machen 76 % der Exporte aus). Zum Schutz der Fischgründe wurde 1631 erstmals eine Schutzzone von 32 Seemeilen festgelegt. Sie wurde jedoch wieder aufgehoben, und erst im Jahr 1901 wurde eine neue Schutzzone von drei Seemeilen festgelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Einsatz der modernen Fangflotte innerhalb weniger Jahre zur Überfischung der isländischen Gewässer. Deshalb wurde die Schutzzone 1952 auf vier Seemeilen ausgedehnt. Wegen erneuter Überfischung wurde die Zone 1959 dann auf zwölf Seemeilen erweitert. Anfang der 1970er?Jahre brachen die Bestände wirtschaftlich genutzter Fischarten wieder zusammen. Island erweiterte die Schutzzone auf 50 Seemeilen. Es kam wie bereits Ende der 1950er Jahre zum Streit zwischen Island und dem Vereinigten Königreich, denn die Briten waren nicht bereit, die erweiterte Schutzzone zu akzeptieren. Der Streit eskalierte und britische Trawler wurden von Kriegsschiffen begleitet. Dieser zweite Kabeljaukrieg wurde schließlich auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Da die Erweiterung der Schutzzone auf 50?Seemeilen nicht die erhoffte Wirkung zeigte, wurde die Schutzzone 1975 auf 200 Seemeilen erweitert. Es kam erneut zum Streit zwischen Island und dem Vereinigten Königreich, aber auch der dritte ?Kabeljaukrieg? wurde auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Die 200-Meilen-Zone ist heute internationaler Standard und völkerrechtlich anerkannt. Seit 1991 können isländische Fischereiprodukte zollfrei in die Europäische Union eingeführt werden.

Trotz der Bedeutung der Fischerei sind nur etwa 5,2 % der Arbeitnehmer des Landes direkt auf Booten und weitere 6,7 % in der Fischverarbeitung beschäftigt.

Bis heute betreiben isländische Firmen Walfang vor Island. Als eines der wenigen verbliebenen Länder weltweit hält das Land an der stark umstrittenen Jagd von Finnwalen und Zwergwalen zur kommerziellen Nutzung fest. Dieser Industriezweig ist stark mit der konventionellen Fischereiindustrie verzahnt.

2019 wurde der Walfang (nach einer Meldung der Deutschen Welle) zunächst ausgesetzt.

Tourismus

Der Tourismus spielt eine große Rolle in der isländischen Wirtschaft. Beliebt sind die Natur, insbesondere die Gletscher, der Reittourismus und andere Aktivitäten. Während das Land im Jahre 2000 noch von 302.900 ausländischen Touristen besucht wurde, waren es 2014 bereits 998.600, womit sich die Zahl in diesem Zeitraum mehr als verdreifacht hat.

Der Tourismus ist in den letzten Jahrzehnten für Island zu einer immer wichtigeren Quelle für Deviseneinnahmen geworden. Der Anteil an den Exporterlösen liegt bei dieser Branche mit Stand 2015 bei 31 % und übertrifft damit die isländische Fischereiwirtschaft und Aluminiumindustrie. 2010 waren es noch 18,8 %.

Während im Jahr 1950 noch rund 4000 Besucher nach Island kamen, stieg die Zahl auf etwa 190.000 im Jahr 1995. Seit Mitte der 1990er?Jahre nimmt der Touristenstrom jährlich in großem Maße zu. Im Jahr 2000 zählte man mit über 300.000 Reisenden erstmals mehr Touristen, als Island damals Einwohner hatte. Zugleich stieg auch die Zahl der Übernachtungen in Hotels und Gästehäusern sowie auf Bauernhöfen auf dem Land deutlich.

Durch die geographisch abgeschiedene Lage im Nordatlantik profitieren zudem Transportunternehmen von dem ansteigenden Tourismus, da man Island nur per Flugzeug oder mit dem Schiff (Autofähre ''Norröna'') erreichen kann. Inzwischen wird das starke Wachstum des Tourismus aber auch als belastend wahrgenommen. Ólöf Ýrr Atladóttir, die Direktorin der isländischen Fremdenverkehrsbehörde ''Ferðamálastofa'', hat 2014 die Ansicht geäußert, dass der Tourismus zu schnell gewachsen sei.<ref name="gr"></ref>

Energiewirtschaft

Die .

In den Jahren 2000?2004 lag dabei der Anteil der Großindustrie am Stromverbrauch bei 63,4?64,9 %. Davon zeichnen die Aluminiumhütten für knappe 80 % verantwortlich, sodass deren Anteil am Gesamtstromverbrauch knapp über 50 % liegt, in den kommenden Jahren aber durch Erweiterungen und Neubau noch deutlich steigen soll. Als Gesamterzeugungskapazität stehen ca. 2,4 Gigawatt Leistung von Wasserkraft und Geothermieanlagen zur Verfügung. Ein weiterer Ausbau wird von der Regierung angestrebt. Diese versucht dabei nach eigenen Worten, internationale Industrie mit den niedrigsten Strompreisen Europas zu überzeugen. Für die benötigten Energiemengen müssen dabei mit Wasserkraft und neuerdings auch mit Geothermie betriebene Großkraftwerke errichtet werden, was zum Teil erhebliche Eingriffe in die Natur bedingt. Ein Beispiel für ein in diesem Zusammenhang umstrittenes Projekt ist der Bau von Kárahnjúkavirkjun, eines Wasserkraftwerkes im Osten Islands, dessen Strom vor allem für das Aluminiumverhüttungswerk der Firma Alcoa nahe der Ortschaft Reyðarfjörður Verwendung findet.

Um den Umwelteingriff durch die Dämme insbesondere kleiner an das europäische Stromnetz anzubinden und Strom zu exportieren.

Neben der Wasserkraftproduktion, die von 18 TWh auf ca. 36 TWh verdoppelt werden könnte, hat Island insbesondere sehr gute Windenergieressourcen.

Im Jahr 2000 wurde die Umstellung der isländischen Energiewirtschaft auf eine Wasserstoffwirtschaft angekündigt,<ref name="spiegelhitze">''Hitze aus dem Höllenschlund.'' In: ''Der Spiegel,'' 5. Juni 2000.</ref> wofür Island damals viel internationale Aufmerksamkeit erhielt. Eine Umsetzung dieses Planes ist jedoch noch nicht erfolgt.

Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

In Island gibt es mit Stand Ende 2016 12.901?km von der Straßenverwaltung Vegagerðin verwaltete Straßen, Die Ringstraße Nr. 1 ist Islands längste Straße und folgt grob dem Küstenlauf, schneidet aber alle großen Halbinseln ab. Sie ist derzeit (Stand 2017) 1332?km lang<ref>{{cite web | url=http://timarit.is/files/31502544.jpg | title=Hægri umferð á Islandi

 | accessdate=2018-06-07 | language=IS }}</ref> und konnte 1974 fertiggestellt werden, nachdem die letzten Brücken im Gebiet von .

Es gibt in Island keine Autobahnen, allerdings wurde die Straße zwischen Keflavík und Reykjavík bis in den Vorort Hafnarfjörður zur vierspurigen Schnellstraße ausgebaut. Im Hauptstadtgebiet bestehen inzwischen einige bis zu sechsspurige Ein- und Ausfallstraßen.

Die Ringstraße ? bis auf ein Teilstück von wenigen Kilometern am Berufjörður in Ostisland asphaltiert, vor einigen Jahren war das nur in der Nähe von Reykjavík der Fall ? und die wichtigsten Landstraßen sind heute weitestgehend asphaltiert. Nebenstraßen, aber abschnittsweise auch Hauptstraßen (vor allem in den Westfjorden), sind oft Schotterstraßen mit unübersichtlicher Streckenführung. Hochlandpisten sind ebenfalls meist Schotterstraßen und erfahren nur eingeschränkten Unterhalt. Schon einzelne Reifenspuren können, aufgrund des sehr losen Bodengefüges, neue Angriffsflächen für Erosion bieten und sich, im schlimmsten Fall, innerhalb weniger Jahre zu ausgewaschenen Bachbetten entwickeln. Nur das Befahren von ausgewiesenen Strecken ist also erlaubt.

Im Winter sind die Hauptstraßen meist geräumt, aber auch dort kann es zu Verkehrsbehinderungen durch Glatteis oder Schneeverwehungen kommen. Daher fahren die meisten Isländer mit Spikes und bevorzugen Autos mit Vierradantrieb. An einzelnen Tagen im Winter können auch Teile der Hauptverbindungsstraßen kurzfristig gesperrt werden.

Flugverkehr

Der größte internationale Flughafen, der Flughafen Leifur Eiríksson, liegt bei Keflavík, etwa 60?km westlich von Reykjavík. Die örtliche Fluggesellschaft Icelandair verbindet den Flughafen mit zahlreichen internationalen Zielen auf dem europäischen und amerikanischem Festland. Außerdem gibt es einen Ausweichflughafen in Egilsstaðir im Osten Islands und drei weitere Flughäfen in Akureyri, Ísafjörður und Höfn. Insgesamt gibt es 98 Flugplätze im Land.

Schiffsverkehr

Bedeutende Häfen des Landes sind Akureyri, Grundartangi, Hafnarfjörður, Hornafjörður, Reykjavík, Seyðisfjörður. Letzterer bietet mit der Fähre ''Norröna'' die einzige Autofährverbindung zwischen Island und dem europäischen Kontinent (Häfen in Dänemark und auf den Färöer-Inseln, bis Ende 2008 auch Norwegen und Schottland). Es gibt in Island keine Flussschifffahrt.

Öffentlicher Nah- und Fernverkehr

Das Bussystem Strætó in Reykjavík bietet regelmäßige und schnelle Verbindungen sowohl innerhalb Reykjavíks als auch zu den Vororten Seltjarnarnes, Kópavogur, Hafnarfjörður, Garðabær und Mosfellsbær an. Die zentralen Busterminals sind ''Hlemmur'' am Ende der Einkaufsstraße Laugavegur, und ''Mjódd'' im Stadtteil Breiðholt. Haltestellen, an denen die Strætó-Busse halten, sind mit einem gelben ?S? gekennzeichnet.

In Akureyri und Reykjanes bietet Strætó zusätzlich Buslinien für den Stadtverkehr an.

Fernverkehr

Strætó bietet auch Fernverbindungen von Reykjavík in die meisten Hauptteile Islands an.

Island hat ein umfassendes Netzwerk aus Fernbuslinien, betrieben von verschiedenen Anbietern. Sie werden vom BSÍ (''Bifreiðastöð Islands'') überwacht, welches sich bei dem BSÍ-Terminal in Reykjavík befindet.